Abschied nach 18 Jahren als Kinderdorfmutter

Wolgast. 18 Jahre hat Heidrun Hinzepter das Kinderdorfhaus Schwalbennest in Wolgast geleitet. Die 63-jährge Kinderdorfmutter mit den roten Haaren und den leuchtend blauen Augen strahlt eine unglaubliche Gelassenheit aus, nichts scheint sie aus der Ruhe zu bringen. Nur der eigene Abschied fällt ihr nun doch nicht ganz so leicht. Zum Kinderdorfhaus kam Hinzepter vor 18 Jahren eher zufällig durch eine Anzeige in der Zeitung – die damals 45-jährige, die in einer Kita arbeitete, aber auf der Suche nach einer neuen Herausforderung war, entschied sich spontan zum Vorstellungsgespräch.

Wenige Wochen später zog Hinzepter ein, renovierte das Haus, suchte Personal. Über 30 Schützlinge hat sie in den vergangenen 18 Jahren groß gezogen. Kinder von der Straße, aus der Psychiatrie, mit Gewalt und Missbrauchserfahrung, jedes hatte eine andere Geschichte, aber eins hatten alle gemeinsam: „Es war kein Kind dabei, das komplett zugemacht hatte“, sagt Hinzpeter.Wie die Kinder mit ihren Erfahrungen umgehen, sei dabei ganz unterschiedlich. Einige erzählen von ihren Erfahrungen, andere wollen „die Schublade nicht öffnen“. Auch wenn das nicht immer leicht sei, müsse man das akzeptieren. Wichtig sei, das Kind als Individuum und seine Bedürfnisse im Auge zu behalten. „Wenn ein Kind als einziges Weihnachten kein Paket von den Eltern bekommt, kümmere ich mich ganz besonders“, so Hinzpeter.Liebe und Konsequenz, das seien Eigenschaften, die eine Kinderdorfmutter braucht, sagt Hinzpeter, „Und eine Familie die hinter einem steht“, fügt sie mit einem Schmunzeln hinzu.

Weihnachtsaktion Sollingschule

Zum Abschied hat Heidrun Hinzpeter jedem der Kinder einen Brief geschrieben.


Die hatte sie immer – ihr Mann unterstützt sie seit vielen Jahren im Kinderdorf, ihre Tochter Antje (45) arbeitet seit acht Jahren als Erzieherin im Kinderdorf und hat das Haus mit Hinzepters Ausscheiden im März übernommen. „Ich wünsche dir, dass du hier genauso glücklich wirst, wie ich“, sagt Heidrun Hinzpeter zum Abschied. Dabei sieht sie ein wenig traurig aus, aber zugleich freut sie sich auf das, was vor ihr liegt.

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