Nach mehr als 20 Jahren Kinderdorfleitung in Sachsen wird Annette Conrad in eine selbstständige Berufstätigkeit wechseln. Wir haben ihr einige Fragen gestellt und verbinden dies mit einem herzlichen Dank für die gemeinsame Zeit und guten Wünschen für die neuen Aufgaben.

Was hat Sie vor 20 Jahren an der Kinderdorfarbeit gereizt?
Ich liebe Anfänge. Eine Einrichtung aufzubauen und nach meinen Ideen zu entwickeln, war die treibende Kraft für meine Bewerbung.

Haben sich die Erwartungen erfüllt?
Ja, auf alle Fälle. Heute bin ich berührt, beeindruckt und stolz, was wir alle miteinander in 20 Jahren geschafft und geschaffen haben.

Was wird Ihnen fehlen? 
Fehlen wird mir, die Kinder aufwachsen zu sehen und unsere Gemeinschaft im Kinderdorf.

Welche Erfahrung nehmen Sie mit?
Einen Riesenrespekt vor dem Schicksal der leiblichen Eltern und eine Bewunderung dafür, was sie trotz ihrer oft großen Probleme an Ressourcen und Potenzial in sich tragen….und dass es sich sehr lohnt, dies mit ihnen gemeinsam zu entdecken.

Was macht Kinderdorf einzigartig?
Die Kontinuität und Qualität der Beziehungen, die unglaublich engagierten Kinderdorffamilien, das Teilen des Alltags in allen Facetten, das bereichernde und herausfordernde Spannungsfeld zwischen Familie und Institution und unser aller Humor!

Was trägt Ihre Handschrift?  Was war Ihnen besonders wichtig?
Spuren hinterlasse ich hoffentlich mit meiner Fähigkeit zum Querdenken und Perspektivwechsel. Wichtig sind mir Professionalität, Klarheit und Struktur, gepaart mit Wertschätzung, Humor und Zuversicht. Und immer wieder neu anzufangen, auch wenn es manchmal schwer ist.

Kinderdorfleiterin Annette Conrad

Welchen Satz geben Sie ihren Mitarbeitern mit auf den Weg?
Charlie Brown zu Snoopy: Eines Tages werden wir alle Sterben, Snoopy!
Snoopy: Ja, das stimmt. Aber an allen anderen Tagen nicht.

Frank Richter, Kinderdorf Sachsen

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