Corona macht auch vor der idyllischen Ostsee nicht halt: Die Deutschmanns haben ihren Aufenthalt auf der Insel verlängert, betreuen die Kinder nun rund um die Uhr.

„Wir haben viel mit den Kindern über die aktuelle Situation gesprochen, um Fragen und Unsicherheiten auszuräumen“, sagt Nadine Deutschmann. Um das abstrakte Virus etwas greifbarer zu machen und den Kindern die Angst zu nehmen, griff Nadine Deutschmann zu einem besonderen Vergleich: Hunderassen. „Ich habe es den Kindern so beschrieben, dass das Virus so etwas wie eine neue Hunderasse ist, die noch keiner kennt und das man deswegen besonders vorsichtig sein muss“, erklärt sie. Das sei für die Kinder weitaus verständlicher als ein abstraktes Virus.

Die Tage sind mit Schuleinheiten und verschiedenen Freizeitaktivitäten gut gefüllt. „Unsere acht Kinder sind in drei Lerngruppen eingeteilt. Das funktioniert mal gut, mal nicht… Manchmal müssen wir da spontan sein und die Gruppengröße anpassen oder Einzelunterricht machen. Das macht aber nichts. Während die einen lernen, kochen die anderen oder spielen draußen.Zwischendrin lockern wir die Schuleinheiten mit Spielen wie Galgenraten oder ähnlichem auf…“, fasst Deutschmann zusammen. Außerdem bestehen die Kinder auf ihren Sportunterricht, so dass regelmäßige Sporteinheiten nun ebenfalls in den Tagesablauf eingebunden sind.

Damit es nicht langweilig wird, wurden mit bunten Farben „Glückssteine“ bemalt, die zuvor gemeinsam gesammelt wurden. Diese werden beim nächsten Spazierengehen “ausgewildert”, damit andere Menschen sie finden können. „Das macht den Kindern unheimlich viel Spaß und sie freuen sich darauf, anderen eine Freude zu machen“, so die 33-Jährige. Außerdem wurden die Kinder ermuntert, ihren Freund*innen und/oder Familien Briefe zu schreiben. Die ersten Briefe gingen schon in die Post und werden den Empfänger*innen sicher viel Freude machen.

Die Kinderdorfmutter selbst freut sich indes über eine Überraschung: „Da wir jetzt länger bleiben als gedacht, um hier die Dienste und alles am Laufen zu halten und alle zu unterstützen, wo wir nur können, hat uns die Geschäftsstelle heute fürs Erste eine Couch überlassen, damit wir erst einmal etwas zum Sitzen in unserer Wohnung haben… Darüber habe ich mich sehr gefreut. Denn wir haben ja noch nichts weiter mit hierher genommen. Geplant waren nur ein paar Tage… Ich war sehr gerührt.”

Sind Sie ebenfalls interessiert an der Arbeit als Kinderdorfeltern? Dann werfen Sie einen Blick auf unsere Stellenausschreibungen.

Beitrag: Nadine Deutschmann /Hanna Irabi