Der Alltag einer Kinderdorffamilie ist aufregend, abwechslungsreich, harmonisch und chaotisch zugleich. Eine gute Organisation ist das A und O, um den Alltag zu meistern. Damit in der Großfamilie alle Hand in Hand arbeiten und leben können, braucht es zusätzlich fleißige Helfer mit Herz und Engagement. Nicht nur die hauptamtlichen Hauseltern, Erzieher und die Hauswirtschaftskraft tragen zum Gelingen eines harmonischen Familienlebens bei, sondern auch die komplette Familie der Hauseltern.

Wie bei uns, der Kinderdorffamilie Felger-Pachmann. Seit zwei Jahren leben wir im Kinderdorf in Waldenburg. Vom ersten Tag an waren alle Familienmitglieder mit an Bord und haben die sieben Pflegekinder mit in ihre Gemeinschaft aufgenommen.
So werden die Geburtstage aller Kinder im Kreise der gesamten Familie gefeiert. Oma, Uroma und Tanten kommen nach Waldenburg, um diesen Tag gemeinsam zu feiern. Die Kinder können sich zu ihrem besonderen Tag ihr Lieblingsessen oder ihren Lieblingsnachtisch wünschen. Den Geburtstagskuchen nach Wunsch backt Oma für jedes Kind. Auch größere Feste wie Weihnachten oder Ostern feiern alle zusammen im Kreise der Großfamilie. Am Weihnachtsfest sitzen wir gemeinsam an der festlich gedeckten Tafel, singen Lieder und erzählen Geschichten und Gedichte. Und alle sind natürlich gespannt auf die Bescherung, bis endlich die Geschenke in der geselligen Runde verteilt werden.

Oma, Uroma und Tanten gehören zur Kinderdorffamilie dazu

Bei der Freizeitgestaltung der Kinder spielt das familiäre Umfeld ebenfalls eine große Rolle. Die Kinder verbringen regelmäßig ihre Nachmittage auf dem kleinen Bauernhof der Familie in der Nähe des Kinderdorfs. Hier leben Pferde, Ponys, Hunde und seit kurzem auch fünf Zwergziegen, die die Kinder in kürzester Zeit ins Herz geschlossen haben und seitdem von ihnen versorgt und geknuddelt werden. Die Kinder lernen hier das Landleben so richtig kennen, wie etwa Tiere füttern und pflegen und nebenbei bringen die Tanten ihnen das Reiten auf den Ponys bei. Sie gehen gemeinsam mit der Oma und den zwei Bordercollies „Laika“ und „Luna“ spazieren, spielen und trainieren mit diesen auch. Der kleine Spielplatz mit Gartenhäuschen und Sandkasten sowie ein großes Stroh- und Heulager laden zum Toben und Spielen auf dem Hofgelände ein. „Die Kinder genießen diese Zeit bei Oma im Stall und lieben den Umgang mit den Tieren. Es ist schön für uns zu sehen, wie sie sich inzwischen mit den Tieren arrangieren können und ihr Selbstbewusstsein durch den Umgang mit ihnen stetig wächst“, erklärt Hausmutter Kerstin.
Eine große Hilfe im Alltag sind auch unsere beiden mittlerweile erwachsenen eigenen Kinder. Wenn sie zuhause sind, ist es gang und gäbe, dass die kleineren Kinder mit ihren Wünschen und Fragen zu den beiden „großen Geschwistern“ kommen. Da wird dann nach Feierabend noch ein Spiel gespielt, draußen Fußball gekickt oder die ein oder andere Hausaufgabe gemeinsam erledigt.
Das ehrenamtliche Engagement der gesamten Familie ist für uns Hauseltern und für die aufgenommenen Kinder eine große Bereicherung. Die Unterstützung durch die Familienangehörigen ist eine enorme Entlastung für die Hauseltern. Für die Kinder ist es eine intensive Zeit, in der sie Normalität, Sicherheit, Verlässlichkeit und Familienleben erfahren dürfen.

Kinderdorffamilie Felger-Pachmann, Kinderdorf Waldenburg

Die Kinder genießen die Zeit bei Oma auf dem Bauernhof