//Die Kinder sollen später im Leben einmal ihren Mann stehen

Die Kinder sollen später im Leben einmal ihren Mann stehen

Dammbach-Krausenbach. "Main Echo" – die ehemalige Jugendherberge in Krausenbach ist frisch renoviert und beherbergt jetzt das Albert-Schweitzer-Kinderdorf für sozial benachteiligte Kinder. Zusammen mit Hausvater Jürgen Frohberg, Hausmutter Yvette Seiny und Großmutter Hildegard Frohberg sind die beiden Kinder, die seit einem Monat im Albert-Schweitzer-Haus leben, wie in einer Familie untergebracht.

Der 13-jährige Thomas und die 15-jährige Tina sind Geschwister. Beide haben ihr eigenes etwa 25 Quadratmeter großes Zimmer bereits bezogen, das sie ganz nach ihren eigenen Vorstellungen einrichten und gestalten konnten. "Jeder Raum hat von der Baustruktur her seine eigenen Individualität", sagt Yvette Seiny. Außerdem gibt es den Hobbyraum, wo man Fernsehen schauen oder Nintendo spielen kann, und eine große Küche, in der die Kinder auch mal selber kochen. Das Haus bietet insgesamt Platz für 6 bis 7 Kinder. Ziel ist es, das Haus bis Jahresende vollständig zu belegen.

Drei-Generationen-Haus
Die Hauseltern leben ständig mit den Kindern zusammen. "Wir sind ein Drei-Generationen-Haus. Die Kinder sollen nicht nur innerhalb ihrer Gruppe sein sondern auch die ältere Generation erleben, mitsamt ihren Eigenheiten, und lernen Rücksicht darauf zu nehmen." Unterstützung werden die die beiden Hauseltern von zwei Erziehern erhalten, die täglich zwischen sechs und siebeneinhalb Stunden zur Verfügung stehen. Für die Ordnung im Haus und das Kochen sorgt außer den Kindern selbst noch eine Haushaltshilfe. Die Therapie der Kinder liegt in den Händen eines Psychologen, der ein bis zwei Stunden in der Woche anwesend ist. "Die Kinder sollen auch einen Außenstehenden als Ansprechpartner haben." (….)

Jugendamt finanziert
Das Jugendamt finanziert das Personal, die Therapie und sonstige Ausgaben für die Kinder. "Es muss entsprechend gewirtschaftet werden", sagt Yvette Sveny. "Das Jugendamt kennt unser Konzept, die haben es sich auch angesehen." Auch die Sponsoren, überwiegend Privatpersonen, durch deren Unterstützung die Renovierung und Möblierung des Hauses erst möglich wurde, waren von der Idee des Albert-Schweitzer-Verbandes überzeugt. "Ein Sponsor hat das Projekt gekauft und angeboten, mit dem Ziel eine Einrichtung für Kinder darin unterzubringen. Verschiedene Vereine haben sich beworben und ihr Konzept vorgestellt. Der Albert-Schweitzer-Verband hat ihm am besten zugesagt."

Das Albert-Schweitzer-Familienwerk ist ein paritätischer Verband. " In Bayern ist das Werk noch im Aufbau", sagt Hausmutter Sveny. "Wir sind das erste Kinderdorf-Haus. Aber wir versuchen mit anderen Vereinen zusammenzuarbeiten." (….)
PETRA BLUM

2017-11-26T14:59:43+00:00 31. August 2000|Categories: Bayern|
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