Einweihung des neuen Gebäudes

Das Albert-Schweitzer-Familienwerk e.V. betreibt in Hermannsburg seit 1986 eine Einrichtung für geistig behinderte Erwachsene. Vier Wohnabteilungen bieten 110 Plätze, die angegliederte Tagesförderstätte wird überwiegend von den hier lebenden Menschen besucht, steht aber auch externen Besuchern offen.

Die Gebäude stammen größtenteils aus den frühen fünfziger Jahren. Trotz etlicher Umbauten und Sanierungen entsprechen einige der bestehenden Häuser nun nicht mehr den aktuellen Anforderungen. Ältere Bewohnerinnen und Bewohner mit einer stärkeren Behinderung haben nun einen erhöhten Pflegebedarf. Sie benötigen eine besondere räumliche Ausstattung mit breiteren Türen sowie barrierefreie Zugänge. Eine Platzerweiterung der Heilpädagogischen Einrichtung ist dabei nicht geplant; gleichwohl aber eine Erweiterung der Wohnfläche. Sehr großzügig sind im Neubau die Gemeinschaftsflächen, die viel Raum für eine weitgehende Selbstversorgung bieten.

Atelier für besondere Menschen

Ein genaueres Bild von Neubau auf dem Gelände der Heidehäuser in der Sägenförth und der Arbeit der Bewohner können sich Besucher bei einer Kunstausstellung machen, die im noch nicht bewohnten Gebäude zu sehen ist. Hier werden Arbeiten der geistig behinderten Künstler gezeigt, die sowohl gemeinsam mit Schülern des Christian-Gymnasiums in Inklusionsprojekten als auch im eigenen Atelier entstanden sind. Susanne von Zimmermann lädt alle Interessierten in der Zeit vom 17. November bis zum 22. November ein. „Das Projekt ist durch die großzügige Unterstützung des Rotary Club Celle möglich geworden.“, freut sich Susanne von Zimmermann.

Gegen den Trend

In einer Zeit, in der nach der Devise „Ambulant vor Stationär“ Einrichtungen der Behindertenhilfe verstärkt auf dezentrales Einzelwohnen setzen, gehen die Heidehäuser bewusst einen anderen Weg. Auch wenn die Heidehäuser das „ambulant betreute Wohnen“ für einige ihrer Klienten aktiv vorantreiben, ist nicht für alle Menschen das selbstständige Wohnen die erste Wahl. Das Leben in Wohngemeinschaften mit vielen Aktivitäten und einem sozialen Miteinander schafft ebenfalls Möglichkeiten einer selbstbestimmten Teilhabe.

Infos zur Ausstellung:

Zeitraum:17.11.-21.11.2014

Zeit: 9:30h – 16:30h

Voranmeldung: Verwaltung oder Tagesförderstätte

Hintergrund I: Der Neubau ganz kurz

Anzahl Bewohner:                    14

Doppelzimmer:                        0

Einzelzimmer:                       14

Nasszellen:                          7

Baukosten:     rund 1,6 Millionen Euro

Quadratmeter neue Fläche:       534 qm

Beteiligte Unternehmen:             32

Zeitraum: geplante Fertigstellung bis Dezember 2014

Es entstehen:

14 Einzelzimmer, Gemeinschaftsräume: Hauswirtschaftsraum, Küche und Tagesraum, Abstellräume, Dienstzimmer

Vorteile auf einen Blick:

  • Möglichkeit der Selbstversorgung
  • Rollstuhlgerecht
  • Umzug nach Neubau – keine Beeinträchtigung in der Bauphase für die Bewohner
  • Barrierefreie Bäder
  • Mehr Flexibilität in der Belegung durch ebenerdige Einzelzimmer, energetisch auf dem neuesten Stand.

Die Akteure des Neu- und Umbaus

Bauherr:       Albert Schweitzer Familienwerk e.V., Jahnstraße 2, 37170 Uslar

Einrichtung:   Die Heidehäuser Hermannsburg, Sägenförth 30, 29320 Hermannsburg
Einrichtungsleiterin: Susanne von Zimmermann

Architekt:     Simon & Simon Planungsgemeinschaft GmbH, Schubertstraße 10, 29223 Celle

Hintergrund II:

Die Heidehäuser Hermannsburg im östlicher Celler Landkreis mit Standorten in Celle und Hannover gliedert sich in die stationäre Behinderteneinrichtung mit 110 Plätzen und den Familienentlastenden Dienst FED sowie die Jugendhilfeangebote mit neun stationären Plätzen, ambulanter Hilfe, Sozialtrainings für jugendliche Straftäter, Anti-Gewalt-Trainings, Schulsozialarbeit und Soziale Gruppenarbeit. Außerdem bietet die Einrichtung berufsvorbereitende Rehamaßnahmen und Rehaausbildungen in den Bereichen Holz und Hauswirtschaft an.

 „Die Heidehäuser" des Albert-Schweitzer-Familienwerk e.V. liegen in einem parkähnlichen Gelände. Die Mitarbeiter geben praktische Hilfestellungen und gewährleisten die alltäglichen Abläufe. Die Schwerpunkte in Art und Intensität der pädagogischen Begleitung richten sich nach dem individuellen Hilfebedarf der Bewohnerinnen und Bewohner.

Eine Wohngruppe bietet stärker behinderten Menschen mit besonderen Problemstellungen einen speziell geschützten Rahmen (Unterbringung mit richterlichem Beschluss).

Hintergrund III:

Das Albert-Schweitzer-Familienwerk e.V. ist eine starke Gemeinschaft, in der 900 Mitarbeiter mehr als 2.500 Menschen in ambulanten und stationären Einrichtungen betreuen.

Der Name ist Konzept: In elf niedersächsischen Städten und Gemeinden wurden regionale Dienstleistungszentren für Menschen geschaffen. Der gemeinnützige Verein bietet individuelle Hilfen für Kinder und Jugendliche, alte, kranke und behinderte Menschen. Viele Menschen vertrauen in den einzelnen Einrichtungsteilen auf die familienähnlichen Strukturen; ein großes Gemeinschaftswerk für hilfebedürftige Menschen.

 Standorte sind Alt Garge, Bad Gandersheim, Bleckede, Celle, Göttingen, Hannover, Hermannsburg, Holzminden, Lüneburg, Northeim und Uslar (gleichzeitig der Vereinssitz).

Spendenkonto – IBAN: DE80 1002 0500 0003 3910 01 | BIC: BFSWDE33BER | Bank für Sozialwirtschaft, Berlin »
Schriftgröße ändern
Kontrast erhöhen