„Gerne tue ich es, Kinderdörfer dieser Art sind eine Notwendigkeit in unserer Zeit“,
antwortete Albert Schweitzer 1957 auf ein Telegramm von Margarete Gutöhrlein. Darin hatte sie den weltberühmten Arzt gebeten, das geplante Kinderdorf nach ihm benennen zu dürfen.

Albert Schweitzer, der von 1875 bis 1965 lebte, zählt wie Mahatma Gandhi und Martin Luther King zu den bedeutendsten Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. Sie alle widmeten ihr Leben dem Einsatz für Humanität, Frieden und Freiheit.

Schon früh hatte sich Albert Schweitzer zum „unmittelbar menschlichen Dienen“ entschlossen. Als er von der Not der Menschen in Afrika hörte, reiste er 1913 zusammen mit seiner Frau, der Krankenschwester Helene, in die Kolonie Französisch-Äquatorialafrika. Dort errichtete und leitete er das im heutigen Gabun gelegene Urwaldspital Lambarene. Für seine humanitäre Hilfe in Lambarene und seine Bemühungen um die Völkerverständigung erhielt er 1954 den Friedensnobelpreis (rückwirkend für 1952). Vehement sprach er sich gegen Atomwaffen aus.

Der Theologe, Philosoph, Urwalddoktor und Musiker ist für das Albert-Schweitzer-Kinderdorf weit mehr als nur ein Namenspate. Unser Engagement orientiert sich bis heute an Albert Schweitzers gelebter Menschlichkeit. „Ehrfurcht vor dem Leben bedeutet: Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will“ war sein zentraler Gedanke, der ihn zu aktiver Nächstenliebe motivierte.

Für unseren Alltag im Kinderdorf bedeutet dies, dass wir gewaltfreies, eigenverantwortliches Handeln, Respekt vor Menschen in ihrer Individualität und unabhängig von ihrer Religion, Herkunft und Geschlecht sowie die Bereitschaft, soziale Verantwortung zu übernehmen, unterstützen und fördern.

Eva Seibel, Kinderdorf Waldenburg

Nachbarschaftshilfe
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