mit der Leiterin der Wohngruppe und seinem Bezugsbetreuer Harald Schulz im Anschluss an die offizielle Zeugnisfeier.

Künftig gehört es der Vergangenheit an: Das Abitur nach nur zwölf Schuljahren. Bevor das Konzept jedoch in der Versenkung verschwindet, hat der achtzehnjährige Henrik*, bis vor kurzem Bewohner in einer Wohngruppe des Albert-Schweitzer-Kinderdorfs Alt Garge, Niedersachsen, noch vorbildlich gezeigt, wie es erfolgreich umgesetzt wird.

Dass am Ende der Schullaufbahn Deutschlands höchster Schulabschluss steht, ist in der Wohngruppe nicht alltäglich: „Henrik ist erst der zweite Jugendliche, der in dieser Wohngruppe das Abitur bestanden hat“ resümiert Gruppenleiterin Sabine Boese.

Dreieinhalb Jahre lebte Henrik in der Wohngruppe, wo er sich durch seine Selbstständigkeit hervorgehoben hat und ebenso bekannt dafür war, seine Aufgaben gewissenhaft doch „auf den letzten Drücker“ zu erledigen. Seiner Entwicklung hat das keinesfalls geschadet. Auf das bestandene Abitur ist er stolz, fügt aber sogleich selbstkritisch hinzu: „Das Abi hätte besser sein können, immerhin ist eine 2 vor dem Komma.

Um seine Ziele zu erreichen, investierte Henrik schon immer viel. Seit langem jobbt er nebenbei, um sich den Führerschein zu finanzieren. Einen Teil seiner Einkünfte muss er als Kostenbeitrag an das Jugendamt abgeben, doch das entmutigt ihn keineswegs, sondern vermittelt ihm die Chance, realitätsnahe Erfahrungen für sein zukünftiges, eigenständiges Leben zu machen. Er ist sehr ehrgeizig und kennt seinen Traumberuf schon ganz genau: Er möchte Pilot werden! Und noch während der Abi-Zeit hat Henrik sich zielfokussiert als Pilot bei der Bundeswehr beworben und zwei mehrtägige Testungstermine in Köln und München absolviert. Das Ergebnis: Er könnte die Offizierslaufbahn einschlagen. Henrik bewirbt sich nun an mehreren Unis und wird seinen Traumberuf Pilot weiter verfolgen und dabei drücken ihm alle ganz fest die Daumen!

*Name geändert

Swenja Luttermann, PR-Assistentin, Albert-Schweitzer-Familienwerk e.V. Niedersachsen