Herberge wurde zum Heim für Jugendliche

Dammbach (Kreis Aschaffenburg). Eine Heimat finden benachteiligte Kinder ab sofort im Dammbacher Ortsteil Krausenbach: Karl Wolf stellt die ihm gehörende frühere Jugendherberge dem Albert-Schweitzer-Familienwerk Bayern zu Verfügung. Die karitative Einrichtung betreut in dem Heim Kinder aus schwierigen Verhältnissen. Seiner Bestimmung übergeben und gesegnet wurde das Albert-Schweitzer-Spessarthaus am Samstag.

Wolf hatte die vom Jugendwerk zum Verkauf angebotenen Gebäude erworben, um sie für die Betreuung von Kindern zur Verfügung zu stellen. Die Gemeinde Dammbach, deren Vorgängerin , die Gemeinde Krausenbach, die Flächen vom Jugendherbergswerk geschenkt hatte, hatte von ihrem Vorkaufsrecht nur für eine Fläche unterhalb der Frühlingsstraße Gebrauch gemacht.
Das Gutes tun gar nicht so einfach ist, zeigte sich in der Folge, als eine Reihe von sozialen und karitativen Verbänden abwinkten und in Dammbach nicht für Kinder aktiv werden wollten. Den Durchbruch schaffte eine Anzeige, in der die Jugendherberge angeboten wurde und von der das Albert-Schweitzer-Familienwerk Bayern erfuhr. "Die notwendige Renovierung war kein Problem", meinte Karl Wolf, der bereit war, seinen privaten Säckel zu öffnen.
Karl Wolf, der während des Anliegen, dass die Kinder die Nestwärme ersetzt bekommen können, die in der eigenen Familie fehle. Die die Aufgabe der Eltern, die das Haus mit Leben, Liebe und Geborgenheit erfüllen müssten. Heiner Koch, Geschäftsführer des Albert-Schweitzer-Familienwerks Bayern, sprach von einem "Märchen, das wahr wurde". Der kleine Verein hat eine Einrichtung in Nürnberg und eröffnet in Dammbach seine zweite Wirkungsstätte.

Festaktes immer wieder von Beifall unterbrochen wurde, äußerte sein Pfarrer Anton Heußlein segnete das Haus und ging auf das Leben und Wirken des elsässischen Arztes und evangelischen Pastors Albert Schweitzer ein, dessen Motto stets "Ehrfurcht vor dem Leben" gewesen sei. Der Pfarrer wünschte, dass dieser Gedanke auch im neuen Albert-Schweitzer-Spessarthaus herrschen möge.

Scheck 50 000 Mark
Grußworte sprachen Bürgermeister Alois Brand, Vertreter des Jugendherbergswerk und des Spessartbundes Die stellvertretende Landrätin Rossel Heeg war sicher, dass die Heimaufsicht noch im November zusammen mit dem Jugendamt die notwendige Betriebserlaubnis erteilt. Mit dem Ehrenteller des Landkreises würdigte sie das Werk. Der Geschäftsführer des deutschen Bundes der Albert-Schweitzer-Familienwerke legte den Dammbachern ans Herz, dass sie die Neubürger wirklich annehmen und Wurzeln schlagen lasen sollten.

Gedankt wurde neben Karl Wolf auch dem Dammbacher Ehepaar Norbert und Barbara Net, das ein Kreuz gespendet und beim Bau geholfen hatte. Ursula Sluka vom Bayerischen Rundfunk überreichte für die Aktion "Sternstunden" einen Scheck über 50 000 Mark für die Einrichtung des Hauses. Mit dieser Spende wird die Küche eingerichtet und auch einige Kinderzimmer gekauft. Umrahmt wurde die Feier vom Gesangsverein Spessartwald Krausenbach, dem Musikverein Dammbachtaler Krausenbach unter der Leitung von Elmar Herrmann, von Andreas Hirsch, der ein von einer älteren Frau aus dem Dorf geschriebenes Gedicht über die Jugendherberge und das neue Leben darin vortrug, und von der Kindersinggruppe der Dammbacher Kolpingsfamilie "Querbeet" unter Leitung von Andree Quatraccioni. Ihr Lied mit dem Text "vergiss es nie, du warst einen anderen Idee, du bist kein Kind des Zufalls, keine Laune der Natur, aber ein Gedanke Gottes" könnte Motto für die Kinder sein, die zukünftig in dem Haus Geborgenheit und Liebe erfahren sollen.

2016-12-12T23:57:18+00:0015. Juni 1999|Bayern|
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