Kaisers Engagement soll Brücken bauen

Cottbus 15.10.2013. Roland Kaiser engagiert sich für ein weiteres soziales Projekt. Der über Deutschlands Grenzen hinaus bekannte und erfolgreiche Interpret übernimmt fortan die Schirmherrschaft für die Cottbuser Tafel des Albert-Schweitzer-Familienwerkes Brandenburg e.V. anlässlich der Eröffnung der neuen Räumlichkeiten der Tafel in Cottbus. „Die Tafeln schließen in Deutschland eine wichtige soziale Lücke. Allein in Cottbus sind dauerhaft über 5000 Rentner, Erwerbstätige mit geringem Einkommen, Alleinerziehende, Studenten und langzeitarbeitslose Menschen – davon 1700 Kinder und Jugendliche! – auf diese aus Spenden finanzierte Lebensmittelausgabe angewiesen. Sie können sich mit ihren finanziellen Mitteln nicht ausreichend versorgen. So sehr ich die Neueröffnung der Cottbuser Tafel begrüße und daher auch gerne die Schirmherrschaft für diese großartige Einrichtung übernehme, so sehr hoffe ich auch für alle Betroffenen, dass durch ein höheres Maß an sozialer Gerechtigkeit in absehbarer Zeit diese Ausgabestellen nicht mehr notwendig sein werden“, erklärt der in Münster (Westfalen) lebende Sänger.

Der Umzug ist geglückt. Das freut auch Roland Kaiser. Er engagiert sich seit Jahren für die Albert-Schweitzer- Kinderdörfer und Familienwerke. Für ihn sei es eine Herzensangelegenheit und Selbstverständlichkeit, die Schirmherrschaft zu übernehmen, wie er vor Ort betonte.

Die neuen Räume der Tafel des Albert-Schweitzer-Familienwerkes Brandenburg e.V. können sich nach der Eröffnung nicht nur optisch sehen lassen. Auf den insgesamt 278 Quadratmetern kann den Bedürfnissen von Hilfesuchenden weitaus besser entsprochen werden. Zudem wird die Tafel in Cottbus fortan für die Bürger der Stadt auch als soziale Begegnungsstätte einen weiteren wichtigen Schwerpunkt setzen.

Die Mitarbeiter der Tafel kümmern sich nicht nur um die Ausgabe von Lebensmitteln, wenngleich das natürlich das Hauptanliegen der Einrichtung bleibt. Schließlich ist die Verteilung von Lebensmitteln und Waren des täglichen Bedarfs an bedürftige Menschen wie Geringverdiener, Rentner, Alleinerziehende oder Langzeitarbeitslose weiterhin leider unverzichtbar.

Die Ausgabestelle in der Dostojewskistraße 8 in Cottbus ist ab dem 15. Oktober an vier Wochentagen, von Dienstag bis Freitag von 9 bis 15 Uhr geöffnet. Zudem wird an diesen Tagen im Tafelstübchen in Cottbus ab 11.30 bis 14 Uhr eine warme Mittagsmahlzeit für Bedürftige angeboten. „Dieses Angebot wird bisher hauptsächlich von unseren älteren Mitmenschen genutzt. Neben der Einnahme einer warmen Mahlzeit dienen diese Räumlichkeiten der Tafel auch dazu, soziale Kontakte herzustellen und zu pflegen", so Kai Noack, Leiter der Tafelprojekte.

„Ein besonderer Projektschwerpunkt“ so Kai Noack „ist die Versorgung von Klienten, die auf Grund ihres körperlichen oder psychischen Zustandes nicht mehr in der Lage sind, ihre Wohnung zu verlassen. Diese Menschen werden durch unsere Mitarbeiter mit Waren versorgt. Dabei arbeitet die Cottbuser Tafel mit den Sozialstationen der Stadt Cottbus sowie den gesetzlich bestellten Betreuern der Bedürftigen eng zusammen." Die zuweilen auch notwendige Anlieferung der Waren an Hilfebedürftige erfolgt mit dem Fahrrad an rund 50 Personen im gesamten Stadtgebiet von Cottbus.

Der Projektleiter der Tafeln, Kai Noack und Undine Ramm, die Leiterin der Cottbuser Tafel, unterstützen die Bedürftigen bei Behörden- und Ämtergängen, sowie beim Schreiben von Bewerbungen. In Zukunft soll das Angebot der Cottbuser Tafel um Kreativnachmittage, Kochkurse und Hausaufgabenhilfe für Kinder und Jugendliche erweitert werden. Kurse zumThema „gesunde Ernährung" mit Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern gehören jetzt schon zum ständigen Angebot.

An einer Grundschule in Cottbus wird die Tafel zudem einmal wöchentlich ein gesundes Frühstück für 275 Grundschüler anbieten. Etwa 48 Prozent dieser Kinder stammen aus Familien, die Hartz-IV-Sozialleistungen beziehen. Ein Kooperationsvertrag mit der Schule ist bereits geschlossen worden. Das Projekt kann jedoch erst mit Bezug der neuen Räume umgesetzt werden, da nun die logistischen und hygienischen Voraussetzungen für dieses zusätzliche Grundschulprojekt vorhanden sind.

Außerdem gibt es bereits Überlegungen, in Absprache mit der Stadt Cottbus ergänzend zur stationären Tafel eine weitere, mobile  Ausgabestelle im Stadtgebiet zu schaffen.

Info:

Das Albert-Schweitzer-Familienwerk Brandenburg e.V. ist Träger von fünf „Tafel"-Projekten im Land Brandenburg. Über 17.600 Menschen wenden sich hilfesuchend an unsere Ausgabestellen, darunter mehr als 4.000 Kinder. „Diese Zahlen sprechen für sich, Tendenz steigend", meint etwa Margitta Behnke, Geschäftsführerin des Verbandes der Albert-Schweitzer-Kinderdörfer und Familienwerke. Sie spricht von „bedrückenden Schicksalen von Menschen, die immer weiter in ein gesellschaftliches Abseits gedrängt werden und trotz Arbeit die Tafel für ihr Überleben in Anspruch nehmen müssen." Laut der jüngsten Erhebung des Statistischen Bundesamtes arbeiten über sechs Millionen Menschen im Niedriglohnsektor, das entspricht jedem fünften Arbeitnehmer. „Das ist die bittere Realität", so Behnke weiter.

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