Zu Gast im Familienwerk

Ferien-Geschenk für Paul und Anna

Züssow. Ungewöhnlicher Besuch für Anja und Benjamin Lippa (beide 37) im beschaulichen Züssow. Der Heilerziehungspfleger und Theologiestudent und seine Frau, die ausgebildete Erzieherin ist, begrüßten am Wochenende mit Katrin Sass eine namhafte Schauspielerin, die gerade wieder für einen Usedom-Krimi auf der Insel gedreht hat. Gemeinsam mit Tim Gehrke, Produzent der erfolgreichen Krimi-Reihe, konnte sie sich davon überzeugen, was die Familie Lippa alles tut, um Paul (6) und Anna (4/Namen geändert) ein familienanaloges Aufwachsen im behüteten Zuhause zu ermöglichen.

Nach der überaus erfolgreichen jüngsten Weihnachtsaktion „Helfen bringt Freude“, bei der die OZ-Leser der Region rund 28 000 Euro für die Arbeit des Albert-Schweitzer-Familienwerkes gespendet hatten, wollte auch das Krimi-Team Gutes tun. Für 1.320 Euro, die von Razor Filmproduktion an Lippas gespendet werden, dürfen die beiden Lütten für eine Woche auf den Reittherapie- und Ferienhof Stoppistöd nach Weitenhagen bei Richtenberg fahren, um dort Urlaub zu machen. Und zwar begleitet von professionellen Gastgebern, die besonders für Kinder mit einer Pflegestufe bestens ausgebildet und vorbereitet sind. Neben Reiten und Lamaspaziergängen sowie gesundem Essen warten schöne Zimmer, Zelte oder Bauwagen auf die zwei Jung-Züssower. Außerdem bedeutet diese Ferienzeit auch für das Ehepaar Lippa mal eine einwöchige Auszeit, die sie im Wissen darum, dass Paul und Anna in besten Händen sind, zur eigenen Erholung nutzen könne.

„Ich bin einerseits tief bewegt von dem, was ich über das Schicksal der Kinder gehört habe. Andererseits finde ich es schlicht großartig, was die beiden Erzieher hier leisten. Da kann ich mir und allen Beteiligten nur wünschen, dass möglichst vieles gelingt“, sagte Katrin Sass im vertrauensvollen Dialog. Sie selbst unterstützt aktiv bereits seit Jahren den Verein NACOA Deutschland, eine Interessenvertretung für Kinder aus Suchtfamilien mit Sitz in Berlin.

Usedom Krimi

In den Winterferien gab es für Paul und Anna aus dem Kinderdorfhaus in Züssow ungewöhnlichen Besuch.

Den Gastgebern bot sich am Kaffeetisch mit den TV-Krimi-Leuten und Inka Peters, Chefin des Schweitzer-Familienwerkes in MV, Gelegenheit, bis ins Detail über die Arbeit eines solchen „Jugendhilfesettings“, wie es in der sozialpädagogischen Fachsprache heißt, zu debattieren. Offen, professionell und mit reichlich Empathie wurde über die vielen großen und kleinen Probleme und Sorgen sowie Defizite der Kinder, aber auch mögliche Wege aus der Krise, Interventionen, Gefühle und Regeln im Zusammenleben gesprochen. Anna und Paul sind seit Mai 2017 bei Lippas, waren schon zuvor in einer Kinder- und Jugendwohngruppe und haben auch nach wie vor Kontakt zu den Eltern. „Allerdings“, so erklärt Inka Peters, „sind beide Geschwisterkinder emotional stark beeinträchtigt und weisen psychische Belastungen auf.“ Die große Mühe und die mit Einfühlungsvermögen verknüpfte Kompetenz lohnen also.

„Habt ihr Tiere gern?“, fragte Katrin Sass die Kinder, die daraufhin gleich raus zu den Zwergziegen wollen. Zu Ostern kommen zwei Schafe hinzu. Nur Kater Willi bleibt vorerst verschollen. „Der kommt sicher wieder“ tröstet Sass.

(Bild und Text OZ, Steffen Adler )

2018-03-09T13:45:19+00:0027. Februar 2018|Mecklenburg-Vorpommern, Pressemitteilungen 2018|
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