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Kinder toben schon auf der Ludwigshöhe

Einweihung der "Albert-Schweitzer-Sternschnuppenkrippe" in Rückersdorf.

RÜCKERSDORF — Die „Albert-Schweitzer-Sternschnuppenkrippe“ auf der Ludwigshöhe ist seit 1. September in Betrieb, nun wurde sie offiziell eingeweiht. Hier wurde etwas Besonders geschaffen – das klang aus allen Festreden heraus. Kleine Kinder können durch einfühlsame Betreuung Kraft schöpfen, sich gut entwickeln und bei interessanten Naturkontakten ihre Sinne schärfen.

Die Idee einer „Krippe oben auf dem Berg“ hatte anfangs für einige Diskussionen im Ort gesorgt. Die Gemeinde ist gesetzlich verpflichtet, den steigenden Bedarf an Krippenplätzen zu erfüllen. Aber wie? Als eine teure Neubau-Lösung im Ortskern unumgänglich schien, gab es unerwartet eine Alternative: Das Sternschnuppenhaus der Irmgard-Diehl-Kinderstiftung, das vom gemeinnützigen Albert-Schweitzer-Familienwerk Bayern jahrelang als Kinderdorfhaus genutzt wurde, suchte eine neue Verwendung. Die Lage ist traumhaft, das 45 000 Quadratmeter große naturnahe Grundstück auf dem Rückersdorfer Hausberg bietet tolle Möglichkeiten zum Erfahrungen-Sammeln.

Zunächst stand aber ein Umbau an. Das etwa hundert Jahre alte Gebäude war zwar schon modernisiert, die Bedürfnisse der Kleinkinder-Betreuung zwangen aber zu etlichen Veränderungen. Architekten, Handwerker, Behörden, das Albert-Schweitzer-Familienwerk und die Gemeinde zogen an einem Strang (die PZ berichtete mehrfach).

Die Berg-Villa, die zu den Wahrzeichen Rückersdorfs zählt, hat äußerlich weitgehend ihren Charakter behalten. An der Westseite musste eine große stählerne Treppe angebaut werden – der vorgeschriebene zusätzliche Fluchtweg für den Fall eines Brandes. Die Zufahrt durchs Grundstück wurde mit Pflaster und Split befestigt – aber Achtung: Wer mit dem Auto vom Fahrweg abweicht, kann durchaus ein Problem bekommen. Der Naturboden auf der Ludwigshöhe ist weich und manchmal von Wildschweinen aufgewühlt. Wegen dieser Tiere wird die Spielwiese der Sternschnuppenkrippe auch mit einem speziellen Weidezaun geschützt, der das Borstenvieh bei der nächtlichen Nahrungssuche von dem Areal fernhalten soll. Wie nötig das ist, zeigt die Bodenbeschaffenheit außerhalb des Elektrozauns.

Die Welt hier oben ist etwas anders als drunten im Tal. Weniger Lärm und Hektik, aber intensives Erleben. Die zweigruppige Krippe bietet Platz für bis zu 24 Ein- bis Dreijährige. Fünf Kinder nutzen derzeit das Angebot, im November werden zwei weitere erwartet. „Im März wird die zweite Gruppe eröffnet, sieben feste Anmeldungen liegen schon vor“, sagte Leiterin Franziska Scharrer. Die Erzieherin ist Ansprechpartnerin für Interessierte.

Festredner gingen auf den Zweck und Charakter der neuen Kinderkrippe ein, die in Sichtweite des Sternstundenhauses liegt, wo neun größere Kinder und Jugendliche betreut werden. Heiner Koch, geschäftsführender Vorstand des Albert-Schweitzer-Familienwerks, würdigte die finanziellen Leistungen der Gemeinde und der Regierung von Mittelfranken. Er hob den Wert kompetenten, einfühlsamen Personals für die Arbeit der Kinderkrippe hervor. Landrat Armin Kroder nannte die neue Einrichtung einen „ganz wesentlichen Baustein der Familienfreundlichkeit des Landkreises und der Gemeinde“. Scherzend meinte er: „Die Lage ist prächtig, es fehlt nur noch eins: eine riesige Rutsche von hier oben runter ins Dorf.“

Glückliche Erzieher und Kinder

Bürgermeister Manfred Hofmann ging auf die Entstehungsgeschichte dieser neuen Einrichtung ein, die eine wertvolle und wichtige Erziehungsaufgabe erfülle. Er freute sich, dass die Umbauzeit von sechs Monaten eingehalten werden konnte, der Staat 396 000 Euro Zuschuss gewährt hat und die Kosten sogar unter dem Ansatz geblieben sind: Statt der eingeplanten 662 000 Euro waren es am Ende nur 635 000 Euro.

„Glückliche Erzieher machen glückliche Kinder“, sagte Evelyn Kittel-Kleigrewe, Fachaufsicht für Kindertageseinrichtungen beim Landratsamt, und gratulierte zu dem „wirklich schönen Haus inmitten herrlicher Natur“. Mit den Grundsätzen von Albert Schweitzer könne sie sich sehr gut identifizieren.

Interessierte Eltern wenden sich an: Albert-Schweitzer-Sternschnuppenkrippe, Ludwigshöhe 2, 90607 Rückersdorf, Telefon 0911/5404955, Fax 0911/5404966, E-Mail: sternschnuppenkrippe@albert-schweitzer.org

2016-12-13T00:02:07+00:00 27. Oktober 2014|Categories: Bayern, Bayern rechte Spalte|
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