Mit dem Handy als Navigator sind sie geflohen über das Mittelmeer, über lange Routen unter teilweise menschenunwürdigen Umständen. Hamzah, Sakhidad, Khawaja Lahib, Mohammad Wael, Hamit, Mohammad und Ali haben einen beschwerlichen Weg hinter sich, tausende von Kilometern.
Sie kommen aus Ländern, die wir überwiegend aus den Nachrichten kennen. Ländern in denen Krieg herrscht oder Terror alltäglich ist. Nun haben sie endlich eine sichere Heimat im Kinderdorf Berlin gefunden. Eine Heimat auf Zeit.

Hier leben die Jugendlichen in einer sozialpädagogischen Jugendwohngruppe. Betreut werden sie von Gruppenleiterin Martina Pilz und ihrem multikulturellen Team. Dazu gehören Betreuer und Sozialpädagoge Hussein Badiny aus Ägypten sowie Sabour Zamani aus Afghanistan. Die Jugendlichen selber kommen aus Syrien, dem Irak, Afghanistan und dem Libanon. Jeder Flüchtling hat ein eigenes Zimmer. „Das kannten viele Jugendliche nicht“, weiß Martina Pilz. Auf der oft wochenlangen Flucht wurde manchmal im Freien geschlafen. „Wir versuchen langsam die Fluchterfahrungen aufzuarbeiten und mit Unterstützung eines Psychologen an möglichen Traumatisierungen zu arbeiten. Hier braucht es viel Geduld “.

Kommuniziert wird hauptsächlich auf Deutsch.

Der einzige Kontakt der jungen Männer zu ihrer Heimat besteht über ihre Mobilfunkgeräte: „Ohne Handys wären unsere Jugendlichen oft verloren. Es ist ihre Nabelschnur zur Familie – zu Vater, Mutter, Geschwistern“, erzählt die Sozialpädagogin. Was machen die Jugendlichen gegen das Heimweh? „Sie schreiben ihren Verwandten über WhatsApp. Sie fragen:  Geht es Euch gut? …Wo seid ihr…?“

Trotz all dieser schweren Schicksale: „Es sind Jugendliche, die ihren Alltag erstaunlich gut meistern und die in ihrer neuen Heimat Fuß fassen wollen.
Wir werden sie dabei nach besten Kräften unterstützen.“

Silke Beuningh, Kinderdorf Berlin

Sozialpädagoge Hussein Badiny spricht sechs Sprachen.

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