Wie gewinnt man die Aufmerksamkeit pädagogischer Fachkräfte und positioniert sich als attraktiver Arbeitgeber? Bei den Albert-Schweitzer-Kinderdörfer und Familienwerke werden die Mitarbeitenden zur Personalgewinnung eingebunden, können ihre eigenen Geschichten, Botschaften und Ideen einbringen. Ein innovatives Workshop-Format dient als Ideenschmiede. Im Interview erzählen Wolfgang Bartole vom Albert-Schweitzer Kinderdorf Waldenburg und Kerstin Nowka vom ASF in Brandenburg, wie sie die Workshops erlebt haben.

Wieso haben Sie sich entschieden, einen Workshop an Ihrem Standort durchzuführen?

Wolfgang Bartole: Weil wir uns auf den Weg machen wollen, wie wir neue Mitarbeiter gewinnen können. Dazu müssen wir herausfinden, was uns ausmacht, was uns interessant macht, was wir gut können und was vielleicht nicht so gut. Wege finden, wie wir uns kreativ darstellen können, damit wir als zukünftiger Arbeitgeber mehr Aufmerksamkeit erregen können.

Kerstin Nowka:  Uns geht es darum, unsere Fachkräfte wertzuschätzen und zu binden und gleichzeitig gemeinsam Ideen und Wege zu finden, neue Fachkräfte zu gewinnen. Außerdem haben wir den Workshop genutzt, um Berufsbilder authentisch abzubilden, um auch das Interesse bei Quereinsteigern zu wecken.

Welches Thema ist für Sie in der Fachkräfte-Suche gerade besonders relevant?

Bartole: Die besondere Herausforderung der Kinderdörfer ist es, Paare zu gewinnen, die eine Kinderdorffamilie als Beruf für sich auswählen können. Das muss ja von der ganzen Familie getragen werden. Das fühlt sich manchmal an, wie die Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Dabei wollen wir vermitteln, dass es neben einer anspruchsvollen Arbeit auch viel Spaß macht.

Nowka: Wir suchen vor allem Erzieher und Sozialpädagogen. Aktuell gibt  es in vielen unserer Einrichtungen einen Generationswechsel, so dass zusätzliche Positionen frei werden.

Was war das besondere an den Methoden, die im Workshop angewandt wurden?

Bartole: Über die Methodik wurden die Mitarbeiter ganz toll einbezogen und hatten auch den Mut, zu äußern, was noch nicht so gut läuft. Die Zeichnerin, die extra zum Workshop dabei war, hat das alles toll mit ausdrucksstarken Bildern veranschaulicht. Am Ende vom Workshop stand ein Ergebnis, was man als nächste Schritte angehen will und leisten kann.

Nowka: Für mich war das Besondere, dass die Mitarbeiter durch die Methodik wirklich motiviert waren, aus dem Nähkästchen zu plaudern und von sich aus ganz offen über ihr Berufsbild zu reden. Und dass auch wirklich schon im Workshop Gemeinsamkeiten gebildet wurden und Möglichkeiten besprochen, um zusammenzuarbeiten.

Und konkret – zu welchen Ergebnissen sind Sie gekommen?

Bartole: Wir haben ein Arbeitgeberprofil entwickelt. Das war vorher noch nicht konkret, jetzt geht es in die Umsetzung. Auf dieser Basis überlegen wir aktuell, wie man Stellenanzeigen in unterschiedlicher Form gestalten kann.

Nowka: Wir haben während des Workshops 13 kleine Clips gedreht, in denen die Mitarbeiter von ihrer Arbeit erzählen. Diese können wir für die weitere Arbeit nutzen. Außerdem haben wir ein Miteinander zwischen den Anwesenden geschaffen und viele neue Pläne und Ideen gesammelt, woran man weiter arbeiten kann. In den Workshops haben sich Teams gebildet, die sich nun regelmäßig treffen und ihre Ideen voranreiben.

Hanna Irabi, Bundesverband