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Reise in den Naturpark Dahme-Heideseen

Ralph Müller-von der Heyden, unser pädagogischer Bereichsleiter für das Kinderdorf in Gatow, organisierte das Wochenende in Absprache mit den Kindern und Jugendlichen. Sie wurden in die Vorbereitung durch Fragebögen und Planungstreffen einbezogen und konnten mit entscheiden. In einem sehr persönlichen Bericht erinnert sich Herr Müller-von der Heyden an die gemeinsame Reise:

„Ich las „Heimat ist, wo Menschen sich begegnen“ und dachte an die Kinder in unseren Kinderdorfgruppen. Sie haben häufig ihre Heimat verloren und sind damit beschäftigt, vorsichtig Wurzeln in neue Erde zu bringen. Sie kommen im Kinderdorf an, lassen sich ein und bleiben doch unterwegs. Ein Leben als Reise.

Ich begleitete unsere Kinder-Wochenendreise im Albert-Schweitzer-Kinderdorf Berlin nun schon zum vierten Mal. Wo steckt für mich die Freude, was ist es, was mich anspricht? Ich schaue mir die Fotos an und erinnere mich an die Stimmung. Wieder fuhren über 50 Kinder mit, die meisten im Alter von 6 bis 12 Jahren und die Älteren bis 16, deutlich mehr Mädchen. Wir waren zehn betreuende Erwachsene, eindeutig mehr Frauen. Wieder hatten wir sehr gutes Spätsommerwetter und wieder waren wir am Wasser. Die Jugendherberge im Ostbrandenburger Klein Köris lag mitten im Wald und direkt am See.

Viele der Kinder kennen sich untereinander. Einige sind zum ersten Mal dabei. Was mir auffällt, sind die Begegnungen. Keiner ist für sich, Spielen, Lachen, Schreien, Klönen, Tuscheln, Ausgelassenheit, Anspannung und Entspannung überall, gemeinsam in kleinen oder größeren Gruppen, manchmal nur zu Zweit. Es ist das Einlassen auf das Abenteuer Begegnung.

In diesen Momenten vergessen sie, dass sie Heimkinder sind, es gibt Heimat und die ist wir. Sie finden sich von Profis angeleitet in Projektgruppen, bauen Flöße, messen sich im Bogenschießen, klettern in den Bäumen, vertrauen sich dem Halt der anderen an, die sie mit Leinen sichern, sind schließlich fast alle irgendwie am, im und auf dem Wasser, testen ihre Flöße, ihre Nähe zueinander. In kleinen Gruppen bewältigen sie als Team Aufgaben, bis sie ihren Schatz finden und untereinander aufteilen. Im Schein der Taschenlampen ziehen sie durch die Dunkelheit und spüren die Bewegungen und Laute des Waldes in und zwischen sich, kindliche Spannung, lustvolle Ängstlichkeit, sich einlassen und gemeinsam erfahren. Überall Rascheln im feuchten Gras, sacht kluckst es von den Fröschen und Fischen im See. Im hellen Mondlicht zurück in die Betten, geschwätzig, bloß nicht zur Ruhe kommen, oder zu den Erwachsenen, die sich am Feuer begegnen. Das bleibt.

Es sind die verbindenden Gesten in den zeitlosen Stunden des Miteinanders; mal ganz anders. Wie selbstverständlich sind sie beisammen, ein Kinderspiel, Begegnung zwischen den sonst nach Häusern und Standorten wohlsortierten Kindern. Heimat lebt hier außerhalb von Mauern und Himmelsrichtungen.

Ein Dankeschön an alle, die dieses Stück Heimat durch ihre Unterstützung ermöglicht haben.“

2016-12-13T21:43:11+00:00 08. September 2014|Categories: Berlin, Berlin (lokal), Pressearchiv 2014|
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