Wenn jemand bei „Rot“ über die Ampel geht, braucht es einen anderen, der ihn „zurückpfeift“.
Das machen in unserem Kinderdorf in Sachsen die Ombudsfrauen.

Vielleicht kennen Sie das? Da gibt es etwas in einer Beziehung zu einem anderen Menschen, was stört, verletzt, ärgert oder was man nicht versteht – und dennoch redet man mit dem anderen nicht darüber. Vielleicht, weil man Sorge hat, den anderen zu kränken. Vielleicht, weil man es schon versucht und sich nichts verbessert hat. Vielleicht, weil es auch Mut braucht.

Seit langem hat uns die Frage bewegt, wie wir den Kindern in unseren Kinderdorffamilien helfen können, uns solche Dinge zu erzählen. In der gemeinsamen fachlichen Auseinandersetzung sind wir auf die Idee gekommen, zwei sogenannte „Ombudspersonen“ – also unparteiische Schiedspersonen – zu wählen.
Wir Ombudsfrauen unterstützen die Kinder und Jugendlichen darin, ihre Wünsche, Bedürfnisse und Nöte zu äußern. Wir nehmen sie ernst in ihren Anliegen und überlegen gemeinsam, was zu tun ist.

Die beiden Ombudsfrauen

Zusammen mit allen Kindern haben wir ein Ampelsystem entwickelt, mit dessen Hilfe auch jüngere Kinder gut erkennen können, welches Verhalten von anderen Kindern, aber auch von Erwachsenen „okay – also grün“ ist und welches „rot“. „Rot“ ist etwa anschreien, wehtun, Wut an Kindern auslassen, auslachen und im Beisein der Kinder rauchen.

Wenn sich ein Kind per Brief, Mail oder Telefon bei uns meldet, treffen wir uns in unserem „Ombudsraum“ im Kinderdorf Steinbach und suchen nach Lösungen.

Die „Ampel“ hängt inzwischen gut sichtbar für alle Kinder und Jugendlichen in allen Häusern.
Sie erinnert auch uns Mitarbeiter an unseren Auftrag: liebevoll und fürsorglich UND mit Transparenz und Professionalität für das Wohl der Kinder zu sorgen.

Ombudsteam Claudia Hoyer und Kathrin Nothing, Kinderdorf Sachsen

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