Sobald im Supermarkt die weihnachtlichen Leckereien ausliegen, laufen im Kinderdorf in Sachsen-Anhalt die Vorbereitungen auf die jährliche, vorweihnachtliche Theatersaison auf Hochtouren. Kinderdorfvater Eni Meininger probt und setzt sich mit ganzem Herzen ein.

„Das Stück haben wir wie immer selbst verfasst und die Rollen sind den Kindern auf den Leib geschrieben. Ben* beispielsweise kann sich den Text schlecht merken, also ist er in diesem Jahr ein Bus, der nicht spricht, sondern die Haltestellen anfährt, an der der Weihnachtsmann wartet. „Weihmi“ will in diesem Jahr die Bescherungstournee mit dem Bus absolvieren, um ein Zeichen für die Umwelt zu setzen. Dabei trifft er an einer Bushaltestelle in Magdeburg auch auf den Osterhasen…Schon der Bau der Requisiten macht uns Spaß. Und dann erst die Proben!

Natürlich klappt nicht alles sofort. Und wenn ein Bus durch die Szene läuft oder der Osterhase den Weihnachtsmann anspricht, ruft das Belustigung hervor.

Aber pünktlich zur Vorweihnachtszeit sitzt alles. Dann geben wir drei bis vier Vorstellungen für unsere Unterstützer. Eine in der Uniklinik und einige bei uns zuhause für die Freunde unserer Kinderdorffamilie. Mit ihnen verbringen wir einen schönen Nachmittag mit Lebkuchen, Stollen und Punsch. Wenn das Wetter passt, gibt es auch ein Lagerfeuer.

Die vorweihnachtliche Theatersaison ist bei uns Tradition. Manche Kinder der ersten Aufführungen sind schon lange ausgezogen und deshalb müssen manche Rollen ersetzt werden, wie die des Ottos (schließlich wohnen wir in Magdeburg, der Ottostadt!!!). Der Weihnachtsmann ist enorm gewachsen in den Jahren und musste einen größeren Anzug bekommen. Man wird nicht fertig!

Aber wir wollen die Tradition fortführen, solange wir so viel Unterstützung und Zuspruch von unseren Freunden bekommen. Und Schauspieler wachsen im Kinderdorf immer nach!“

Enni Meininger, Kinderdorfvater, Albert-Schweitzer-Familienwerk Sachsen-Anhalt e.V.

* Name von der Redaktion geändert, Bild: Symbolbild Pixabay