Von der ersten Stunde an hat das Kinderdorf in Waldenburg eine große Unterstützung erfahren – weit über die Region hinaus. Eine ungewöhnliche Aktion starteten 1959 Bergbaulehrlinge des Kinderdorfes Pestalozzi in Essen.

Dort lebten 140 Jugendliche, die aus Ostpreußen und Schlesien geflüchtet waren und häufig keine Familie mehr hatten. Sie waren sofort bereit, den Bau des Kinderdorfes in Waldenburg zu unterstützen. Mit Gitarre, Schild und Flugblättern stellten sich die Jugendlichen in die belebte Geschäftsstraße in Essen und warben um Spenden.

Großes Echo für das Kinderdorf in Waldenburg

Die Aktion löste eine große Anteilnahme aus. „Meinem Sohn kann ich keinen Blumenstrauß aufs Grab legen. Er ist in Italien gefallen. Dafür zahle ich einen Beitrag für das Kinderdorf“, schrieb eine Frau. Auch viele junge Menschen und Schulklassen spendeten für das Kinderdorf. Die Mädchen einer Realschule begründeten ihren Einsatz: „Besonders aber freut es uns, dass ihr als „Halbstarke“ etwas ganz Starkes, etwas Beachtenswertes und Gutes vollbringen wollt“.

Begegnung mit Albert Schweitzer

Eine Abordnung der Halbstarken machte sich am 7. Oktober 1959 nach Dortmund auf, wo sich gerade Albert Schweitzer aufhielt. Der weltberühmte Urwalddoktor ließ sich von den jungen Erwachsenen über ihre Aktion für das Kinderdorf in Waldenburg erzählen. Später schrieb er an die Jugendlichen des Pestalozzidorfes: „Ich war ergriffen von Euch jungen Menschen, die Ihr mich in Dortmund besuchtet und von der Hilfe erfuhr, die Ihr freiwillig für das Kinderdorf tut.“ So viele Menschen haben sich seitdem auf unterschiedliche Weise für das Albert-Schweitzer-Kinderdorf eingesetzt. 60 Jahre Kinderdorf – dank Ihrer Unterstützung!

Eva Seibel, Kinderdorf Waldenburg

Starke Aktion von "Halbstarken"

„Hören Sie mal auf Halbstarke!“

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