Sterben ist nicht schlimm – 16 Berliner Laiendarsteller fesselten und begeisterten mit Vampir-Komödie

Die Gruppe „Spätzünder“ hat sich mit haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern des Hospizes Schöneberg-Steglitz zusammengetan und das Stück „Bertha, stirb endlich!“ geschaffen. Das Uslarer Albert-Schweitzer-Seniorenzentrum präsentierte mit lokalen Partner das preisgekrönte Stück.

Die umwerfende Vampir-Komödie mit Tiefgang hielt das Publikum in Uslar, Hardegsen und Einbeck gefangen. Vampirin Bertha, erst 564 Jahre alt, hat einen Pfarrer gebissen, nicht wissend, dass er als Kind in ein Weihwasserbecken fiel.

Unsterblichkeit verloren

Nun hat Bertha ihre Unsterblichkeit verloren, und mit ihrem Dahinsiechen und ihrer Pflege ist der Vampir-Clan auf Burg Schreckenstein hoffnungslos überfordert. Die Lösung ist das Hospiz Sternenstraße, das ein rund 150 Jahre alt Teenager Grufti im Internet gefunden hat. Das Motto des Hospizes ist „Jeder ist bei uns willkommen“. Daher überwinden die Mitarbeiter ihre Angst vor Vampiren und pflegen Bertha. Während das Personal immer älter wird, wird Bertha immer menschenähnlicher. Als sie endlich, nach 30 Jahren im Hospiz, sterben darf, schickt sie ihrem Clan eine Botschaft: Sterben ist gar nicht so schlimm. Wichtig ist, wie man sein Leben füllt. Man konnte kaum glauben, dass es sich bei den 16 Schauspielern um Amateure handelt. Es gab viel Komik, verbal und darstellerisch, nicht zuletzt durch die verschiedenen Charaktere im Vampir-Clan. Nachdenkliches vermittelten die Auftritte der drei Totengräber und die Gespräche zwischen Bertha und den normalsterblichen Hospiz-Bewohnern. Dem Tod die Hand gereicht Tief berührend und hervorragend pantomimisch dargestellt war die Szene, in der eine Verstorbene auf einem Kahn ins Jenseits gefahren wird. Sie schaute zwar noch einmal zurück, reichte aber dann getrost dem Tod die Hand. Die Besucher hielten die Luft an, und es war mucksmäuschenstill.

Für Text und Regie waren Eva Bittner vom Theater der Erfahrungen und Stefan Schütz vom Hospiz verantwortlich, für die Ausstattung Stephan Rumphorst. Die musikalische Begleitung spielte Jenka Bühler auf ihrem Sopransaxophon.

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