Trauer um einen Fremden

Gutes tun reicht über den eigenen Tod hinaus

Zum Totensonntag besucht Frank Richter, Geschäftsführer des Albert-Schweitzer-Kinderdorf in Sachsen e.V., die Gräber der verstorbenen Förderer des Vereins. Häufig hat er sie nie persönlich kennengelernt und häufig war er der einzige, der ihnen die letzte Ehre erwies. Doch mit ihrem Erbe wirken die Nachlassgeber über den eigenen Tod hinaus und bleiben in Erinnerung. Sie ermöglichen Kindern, die nicht bei ihren Herkunftseltern aufwachsen können, ein Leben in einer familiären Umgebung. Für diese Unterstützung ist der Verein dankbar und es ist ihm wichtig, das Gedenken an die verstorbenen Förderer aufrechtzuerhalten.

Es regnet in Strömen. Frank Richter, Geschäftsführer des Albert-Schweitzer-Kinderdorf in Sachsen e.V., geht schweigend über den Annenfriedhof in Dresden. In der Hand hält er einen Regenschirm, einen Blumenstrauß und eine selbst gezeichnete Skizze, die ihm hilft, das Grab wiederzufinden. Karl Friedrich Winkler hatte sein Vermögen 2010 dem Albert-Schweitzer-Kinderdorf in Sachsen e.V. vererbt.

„Wir sind dankbar für Menschen, die uns mit einer Erbschaft oder einem Vermächtnis bedenken. Deshalb ist es uns wichtig, uns regelmäßig an die verstorbenen Förderer zu erinnern und ihre Nachlassentscheidung zu würdigen“, erklärt Frank Richter seinen jährlichen Friedhofsbesuch zum Totensonntag. Er legt Blumen nieder und spricht ein paar Dankesworte an den Verstorbenen. Leider weiß er nicht viel über das Leben von Herrn Winkler, da vor seinem Tod kein Kontakt zum Verein bestand. Doch so ist es nicht immer. Manche Menschen möchten sich zu Lebzeiten ein umfassendes Bild davon machen, wo ihr Geld einmal hingehen wird. „Sich über den eigenen Tod Gedanken zu machen ist nicht schön. Doch vielen fällt eine Last von der Seele, wenn sie ihren Nachlass geregelt haben und einen Blick in die Zukunft werfen können, was Ihr Erbe einmal Gutes bewirken wird. Wir beraten Ineressierte in testamentarischen Fragen und informieren über unsere Arbeit“, erklärt der Geschäftsführer.

Trauer um einen Fremden

Das Albert-Schweitzer-Kinderdorf nimmt Kinder auf, die nicht länger in ihren Herkunftsfamilien leben können. Sie wachsen in einer Pflegefamilie auf, in der ein Elternteil mit sozialpädagogischem Hintergrund vom Albert-Schweitzer-Kinderdorf in Sachsen e. V. angestellt ist. Der andere Elternteil ist ehrenamtlich tätig und geht einer Arbeit außerhalb des Kinderdorfs nach. Die Kinderdorffamilien erhalten fachliche und personelle Unterstützung vom Verein sowie Fortbildungen.

Weitere Informationen zum Verein erhalten Interessierte unter: www.kinderdorf-online.de

2017-11-26T16:34:56+00:0026. November 2017|Pressemitteilungen 2017, Sachsen|
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