//Waldkindergärten sollen eng vernetzt werden

Waldkindergärten sollen eng vernetzt werden

Benediktbeuern: Rund 35 Initiatoren, Leiterinnen, Mitarbeiter und Vorstände von Waldkindergärten aus ganz Bayern haben sich am Dienstag in Zentrum für Umwelt und Kultur in Benediktbeuern zu einem Fachstammtisch getroffen. Dabei ging es darum, Erfahrungen auszutauschen, Kräfte zu bündeln um künftig enger zusammenzuarbeiten.

Es gebe viele Initiativen, die bereits kurz vor der Genehmigung stehen würden, sagte Heiner Koch vom Albert-Schweitzer-Familienwerk. "Wir wollen uns zusammentun, damit nicht jeder alles selber machen muss." Das Albert-Schweitzer-Familienwerk mit Sitz in Königsdorf, dessen Geschäftsführer Koch ist, ist Träger des Tölzer Waldkindergartens. Seit September vergangenen Jahres ist er geöffnet, zwölf Kinder besuchen ihn. Er wurde auf Initiative von Eltern gegründet. In Bayern gebe es immer mehr Initiativen für Waldkindergärten, diese gelte es zu vernetzten, sagte Koch.
Bei dem ersten Treffen ging es um Themen wie die Qualifikation des Personals, die Zahl der Kinder, die optimal betreut werden können und um die Notwendigkeit politischer Arbeit. Vor allem in Bayern mache es der Gesetzgeber sehr schwer, sagte Koch. So reiche in anderen Bundesländern beispielsweise schon ein Zirkuswagen als fester Raum. In Bayern werde dagegen für die Anerkennung ein Raum in einem festen Haus gefordert, obwohl Waldkindergärten diesen gar nicht nutzten.
Viele Politiker, darunter die Sozial- und Familienministerin Christina Stewens (CSU) sowie der Tölzer Bürgermeister Josef Niedermaier würden der Idee aber sehr offen gegenüber stehen.

Der Tölzer Waldkindergarten bemühe sich derzeit um die formaler Anerkennung, sagte Koch. Sie sei notwendig, um Zuschüsse zu erlangen. Ohne diese sei das Bestehen der Tölzer Einrichtung gefährdet.

Die Teilnehmer am Fachstammtisch diskutierten auch die Frage, ob eine staatliche Anerkennung überhaupt erstrebenswert ist. Dem ersten Fachstammtisch vom Dienstag sollen regelmäßig weitere folgen. Zudem sollen des Zentrum für Umwelt und Kultur sowie die Benediktbeuerer Stiftungsfachhochschule die Waldkindergärten wissenschaftlich begeleiten, etwa durch Diplomarbeiten, und Fortbildungen für Erzieherinnen anbieten. Maria Brummert, die mit ihrer jüngsten Tochter Maike aus dem Oberallgäu angereist war, bereute die weite Fahrt nicht. "Das war ein seelische Zuckerl, das mich bestärkt, weiter zu machen", sagte sie. Die Kinderpflegerein ist Vorsitzende des Vereins Bergmänndle, der in Bleichnach bei Immenstadt einene Waldkindergarten betreibt. Für Juni ist eine Veranstaltung mit allen Regelkindergärten des Landkreises Bad Tölz- Wolftratshausen geplant.

von Ingrid Reinhardt

2016-12-12T23:57:09+00:00 10. März 2002|Bayern|
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