Im Familienwerk Thüringen wünschten sich die Jugendlichen und Erzieher Handys, die WhatsApp-fähig sind. Mit diesem sehr beliebten Programm können sie Nachrichten, Fotos und Videos schnell und einfach austauschen. „Soll ich das unterstützen?“ fragte sich Geschäftsführerin Petra Winkler.

Frau Winkler, brauchen Ihre Jugendlichen und Erzieher unbedingt WhatsApp?
Unsere Jugendlichen wollen sich ganz normal und zugehörig fühlen. Kein Wunder, wenn 90 Prozent in ihrem sozialen Umfeld WhatsApp nutzen.
Und auch die Erzieher müssen mit dem Zahn der Zeit gehen. Es erleichtert ihre pädagogische Arbeit. So können sie beispielsweise Jugendliche, die unterwegs sind, einfacher erreichen.

Worin sehen Sie den Vorteil?
Die Jugendlichen können Bescheid geben, falls sie sich verspäten. Und die Erzieher brauchen sich weniger Sorgen zu machen. Außerdem gibt es uns die Chance, den richtigen Umgang mit dem Medium und seinen Gefahren zu trainieren: Wann und wem darf ich persönliche Informationen rausgeben? Wie gehe ich mit einem begrenzten Datenvolumen um? Darf ich auch mal nicht erreichbar sein?

Haben nun alle WhatsApp?
Wir sind im Prozess und es ist das Ziel, dass sich niemand ausgeschlossen fühlt. Für die Erzieher haben wir WhatsApp-fähige Diensthandys gekauft. Die Jugendlichen, die noch kein Handy haben, sparen das Geld zusammen, um sich die teuren Geräte kaufen zu können.

Verändert sich die Kommunikation untereinander?
Ich finde, dass sie sich verbessert. Die Jugendlichen tauschen sich etwa über Hausaufgaben aus, fühlen sich als aktives Mitglied ihrer sozialen Gruppe und wir können sie mal eben schnell unterwegs bitten „Bring Brot mit.“ Der Alltag wird so deutlich einfacher. Ein Alltag, der oft genug mehr als schwer ist.

Mone Volke

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