Die Sonne geht auf. Krieg, Tod, Angst, Kälte und Hunger sind weit, weit weg. Endlich wieder Kind sein. Malen, lachen, mit Gleichaltrigen spielen… Das alles ermöglicht das Kinderdorf Berlin mit seiner Flüchtlingshilfe im AWO-Refugium in Lichtenberg. Unsere beiden Familienzentren helfen aktiv dabei, Flüchtlingsfamilien mit kleinen Kindern zu unterstützen und sie mit ihrer neuen Umgebung vertraut zu machen.     

Seit dem 1. Oktober kümmert sich Sozialpädagogin Evelyn Noack zusammen mit Sozialarbeiterin und Musikpädagogin Cordula Weigel vom Familienzentrum „Die Brücke“ um insgesamt 150 Kinder. Das senatsgeförderte Projekt bietet Angebote für Flüchtlingsfamilien, darunter eine Eltern-Kind-Gruppe, eine Musikgruppe, eine interkulturelle Kochgruppe und eine Kreativwerkstatt. So wurde ein Familienraum im Flüchtlingsheim eingerichtet – inklusive Küchenecke, Ess- und Kinderspielbereich.

An diesem Vormittag sind sechs Kinder im Alter von 4 bis 6 Jahren zum Bemalen des neuen Familientreffs eingeladen. Am Ende sind es viel mehr Kinder die kommen, die einfach mitmachen wollen. „Besonders die Kleinsten dürsten nach Kreativität“, sagt Projektleiterin Cordula Weigel. Ruckzuck schnappen sie sich Pinsel und Farbe und malen eine Biene aus, Blumen, Schmetterlinge. Endlich wieder Normalität!

„Sonne“, sagt ein sechsjähriges syrisches Mädchen. „Ja, willst Du sie ausmalen?“, fragt Evelyn Noack. Sie hat beobachtet: „Die kleinen Kinder lernen im Nu Deutsch. Es ist wirklich erstaunlich. Selbst diejenigen, die gerade erst wenige Wochen hier sind.“

Auch Ausflüge mit  den Flüchtlingskindern sind geplant: „Wir wollen ihnen Berlin zeigen.“ Und die Kleinen danken es Ihnen: „Für Dich“, sagt ein Flüchtlingskind und reicht Evelyn Noack ein Bild – mit einem Regenbogen.

Silke Beuningh, Kinderdorf Berlin

Cordula Weigel und Evelyn Noack betreuen Flüchtlingsfamilien.

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