Willkommen, du wunderbares Mädchen aus Syrien

Seit Ende November lebt die elfjährige syrisch-kurdische Jeen in einer Kinderdorffamilie in Steinbach. Sehr bewegt von ihrer Geschichte und dem Schicksal, welches während der Flucht zur Trennung von den Eltern führte, stimmte die Kinderdorffamilie ihrer Aufnahme zu.

Beim ersten Kennenlernen im Kinderdorf bin ich sehr erstaunt über Jeens Lebensfreude und ihr Selbstbewusstsein. Mit vielen deutschen Wörtern, die sie schon gelernt hat, und mit Hilfe von Händen und Füßen können wir uns verständigen. Darüber hinaus übersetzt uns eine nette kurdische Frau, die wir auch zu kulturellen Besonderheiten fragen können.

Nun hat Jeen also, entgegen ihrer Tradition, im Dezember Weihnachten im Kinderdorf gefeiert. Ein erstaunliches Fest für sie. Seit Dezember darf sie die Schule besuchen, gemeinsam mit einem gleichaltrigen Mädchen aus ihrer Kinderdorffamilie, mit der sie auch das Zimmer teilt.

Ihre Kinderdorfeltern liebt sie von Anfang an. Sie sagt: „Mama Silke“ und „Papa Torsten“, das ist für sie ganz klar und selbstverständlich. Schon beim ersten Treffen ließ sie von der Dolmetscherin übersetzen: „Ich rufe dann meine Eltern an und sage, dass es mir hier gefällt!“ Am liebsten wäre sie gleich geblieben. Die Eltern in Istanbul „anrufen“, bedeutete in der ersten Zeit die Verständigung per „WhatsApp“. Jetzt ist ihre Familie in Bayern angekommen und wir sind sehr gespannt, wann alle wieder vereint sein werden.

Bis dahin dürfen wir Jeens Charme, ihre gute Sozialisation, ihre Hilfsbereitschaft, auch ihren selbstbewussten Anspruch und ihre Kultur genießen, durch die sie unser Kinderdorfleben bereichert.

Brit Nitschke, Kinderdorfleitung Steinbach / Sachsen

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