In der Adventszeit bestimmen vorweihnachtliche Gepflogenheiten den Alltag der Kinder und Jugendlichen im Geschwister-Scholl-Heim vom Albert-Schweitzer-Familienwerk Sachsen-Anhalt.

Ganz wichtig sind das Schmücken des Weihnachtsbaumes auf dem Hof, der Besuch des Weihnachtsmarktes in der Nachbarstadt, das Basteln von Weihnachtsbaumschmuck für den Supermarkt nebenan oder die gemeinsame Weihnachtsbäckerei mit den Azubis der Supermarktkette am Nikolaustag. Kinder, Jugendliche und Azubis sind gleichermaßen begeistert von diesem Event. Zu den Ritualen im Scholl-Heim gehört auch die Wünsche-Wand im Esszimmer. Hier kann jeder seine Weihnachtswünsche anbringen. Es sind meist materielle Wünsche, die sich hier wiederfinden. Die ganz stillen Herzenswünsche wie etwa, dass der oder die eine oder andere wieder zu Hause bei den Eltern leben möchte, lassen sich in absehbarer Zeit meist nicht erfüllen. Umso wichtiger, dass das Heim als Ersatz-Zuhause angenommen wird und die Kinder sich hier wohl fühlen.

Wenn das Fest näher rückt und sich Termine und Aktivitäten zu überschlagen scheinen, ist die Traurigkeit der Kinder für eine Weile vergessen. Während ein Teil der Bewohner von den Eltern für die Weihnachtstage abgeholt wird, rücken die Verbliebenen enger zusammen. „Gerade das Gefühl von Gemeinschaft ist uns wichtig“, sagt Erzieherin Peggy Müller-Pryk und erzählt vom traditionellen Essen beim Griechen und dem ausgedehnten Spaziergang am Heiligen Abend. Zur Bescherung im Esszimmer stellen sich dann gleich zwei Weihnachtsmänner ein, die die Geschenke verteilen, die auch dank Spendern angeschafft werden konnten. Natürlich erst, nachdem die Kinder ein Gedicht oder ein Lied vorgetragen haben. Fürs Ausprobieren der Geschenke und ausgiebiges Spielen ist neben weiteren gemeinsamen Unternehmungen an beiden Weihnachtsfeiertagen ohne Frage ausreichend Zeit!

Rainer Schnelle, Albert-Schweitzer-Familienwerk Sachsen-Anhalt

(Symbolbild: Josh Willink, pexels)