„Wir würden es wieder tun“

In 36 Jahren Kinderdorfzeit erlebten die Gummichs viele Höhen und Tiefen, doch dass das Ehepaar zu den meisten ihrer Schützlinge bis heute engen Kontakt gehalten hat, erfreut beide besonders:  „Es ist doch ein wunderbares Gefühl, wenn wir für die „Kinder“ zum Teil noch nach vielen Jahren Anlaufstelle bei Problemen sind oder wir gefragt werden, wenn für die „Enkel“ ein Babysitter gesucht wird. Dann bin ich halt die Oma“ erzählt Margret Gummich stolz.

Das Ehepaar startete im Albert-Schweitzer-Kinderdorf am 15. August 1979 mit zehn Kinderdorfkindern. Der Job der Kinderdorfeltern ist eher Berufung als Beruf, doch das Albert-Schweitzer-Kinderdorf unterstützt seine Mitarbeiter tatkräftig bei der Bewältigung dieser durchaus schönen Aufgabe.

Während der Verabschiedungsfeierlichkeiten blickt Sohn Yves Gummich auf so einige Momente zurück: „Elf Kinder sorgten bei uns zeitweise für ordentlich Tohuwabohu und der Familienalltag folgte daher klaren Regeln, die nicht immer für Begeisterungsstürme sorgten. Aber es sind auch die kleinen Dinge in schöner Erinnerung geblieben. Es gab immer gemeinsame Essenszeiten und schlechtes Wetter gehörte nicht in unser Repertoire, denn das bekämpften wir gemeinsam mit Lego-Kisten. Jedes Jahr wieder schaffte es der Osterhase still und heimlich, auch noch an den unmöglichsten Stellen Süßigkeiten für uns zu hinterlassen.“ Sohn Yves rundet das Resümee dann auf rührende Weise für seine Eltern ab: „Ihr seid die weltbesten Eltern.“

Für das Albert-Schweitzer-Kinderdorf und für die Region ist es ein Gewinn, dass Margret und Holger Gummich den Weg nach Uslar gefunden haben. Holger Gummich war verantwortlich für den Aufbau des Albert-Schweitzer-Seniorenzentrums und 14 Jahre der Leiter. Der ehemalige Einrichtungsleiter des Kinderdorfes Heiner Theiß schwelgte in gemeinsamen Erinnerungen und fand wertschätzende Worte für das Ehepaar: „Für die Weiterentwicklung des Kinderdorfes ist die Zusammenarbeit mit Leuten, vom Schlag wie die Gummichs paradiesisch. Ich persönlich konnte mit ihnen von Anfang an ein Vertrauensverhältnis aufbauen.“

Auch Einrichtungsleiter Harald Kremser verabschiedete das Ehepaar schweren Herzens. Sein Tenor bezog sich darauf, dass Kinderdorfarbeit mehr als nur fachliche Kompetenz darstellt und dass die Gummichs mit ihrer Herzlichkeit und Empathie alle wichtigen Bausteine einer erfolgreichen Kinderdorffamilie zusammenfügten.

Hintergrund I: Das Kinderdorf Uslar: Mehr als „nur Kinderdorf“. Neben den zwölf Kinderdorffamilien gehören auch Erziehungsstellen und Pflegefamilien zum Konzept des Uslarer Kinderdorfes. Jugendwohngruppen, ein integrativer Kindergarten, ein Jugendcamp und Berufsförderung runden dieses Angebot ab. 

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