Zwergenhaus mit Bergblick

Von CLEMENS MEIKIS

Penzberg – Die 22 Kinder des Albert-Schweitzer-Waldkindergartens in Penzberg haben den Einzug in ihr "Zwergenhaus" auf Gut Hub gefeiert. "Ich bin begeistert, sprachlos und erleichtert", freute sich Leiterin Tanja Westermeier bei der offiziellen Einweihung. Sie dankte allen Helferinnen und Helfern, die mit viel Zeit und Kraft den "Waldkindern" ein neues Zuhause geschenkt haben. "Sehr stolz" sei sie auf ihr Team, bestehend aus Sandra Eßel, Hansi Pigl und ihrem Ehemann Franz, die nach Feierabend und an Wochenenden das Häuschen mit vielen Helfern renoviert haben. Und beim Blick auf die Hubkapelle und das Gebirgspanorama sagte Heiner Koch, geschäftsführender Vorstand des Albert-Schweitzer-Familienwerks Bayern: "Es ist nahzu unglaublich, was hier passiert ist. Es ist der schönste Platz für unsere Kinder." Nachdem die Stadt Penzberg für das in ihrem Eigentum stehende Häuschen auf Gut Hub zunächst keine Verwendung hatte, entstand 2014 die Idee, die Unterkunft dem Kindergarten anzubieten. Dieser hatte damals einen Zirkuswagen in der Kleingartenanlage "Stegfilz" stehen. "Anfangs war ich skeptisch, ob das zu schaffen ist. Heute weiß ich, auch wenn die genauen Zahlen noch nicht bekannt sind: Das Ziel wurde weit übererfüllt", berichtete Heiner Koch stolz. Franz Westermeier erzählte, dass Mitte April mit dem Umbau begonnen wurde. "Wir haben es durch viel Eigenleistung geschafft, von dem veranschlagten Budget von 120.000 Euro nur etwa die Hälfte zu verbrauchen", sagte er stolz. Dabei lief nicht immer alles glatt auf der Baustelle. So tauchte ein verborgener Kellereingang unter einem alten Fußboden auf, von dem niemand etwas wusste. Lange war auch nicht klar, wie die Abwasserentsorgung und der Gasanschluss bewerkstelligt werden sollten. Doch für alles wurde eine gute Lösung gefunden. Dies sei nicht zuletzt auch der Großzügigkeit der unterstützenden Firmen zu verdanken. "Einige Penzberger Firmen haben hier sensationelle Beiträge geleistet", sagte Westermeier. Bürgermeisterin Elke Zehetner sagte in ihrem Grußwort, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sei der Stadt ein wichtiges Anliegen. Penzberg könne sich mit zehn Betreuungseinrichtungen sehen lassen. Freude herrschte auch bei den Eltern. "Ich bin stolz und dankbar, dass mein Sohn hier einen Platz bekommen hat. Das ist echt ein toller Kindergarten", sagte Beata Dudzik. "Besonders gefällt mir die familiäre Gemeinschaft. Das kommt aber bestimmt auch daher, weil man hier viel gemeinsam aufgebaut hat." "Wenn man sein Kind-Sein annehmen und leben darf, dann haben sich jegliche Investitionen gelohnt", sagte der evangelische Pfarrer Klaus Pfaller. Er weihte mit dem katholischen Pfarrer Bernhard Holz und Imam Fikret Fazlic den neuen Kindergarten, bevor der sonnige Nachmittag am Buffet im großzügigen Garten ausklang.

Penzberger Merkur vom 06.10.2015

2016-12-13T00:08:20+00:0025. Oktober 2015|Bayern, Bayern rechte Spalte|
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