Corona hat unseren Arbeitsalltag verändert – auch den Einstieg neuer Fachkräfte. Wie ist es, unter besonderen Bedingungen bei uns anzukommen, erzählt Aileen Schulze, die als Sozialarbeiterin das Team des Familienwerks Mecklenburg-Vorpommern verstärkt.

Liebe Aileen, seit wann bist du dabei?

Ich habe im März angefangen. Wenn man so will, bin ich gleichzeitig mit Corona angekommen.

Und wie war das Ankommen?

Schnell und intensiv. Ich bin sofort voll eingestiegen und an vielen Stellen eingesprungen – wodurch ich schnell alle kennenlernen konnte. Individuelle Hilfepläne mussten zum Teil allerdings erst mal liegenbleiben. In jedem Fall macht die Situation etwas mit dem Wir-Gefühl. Sie schweißt zusammen. Und: Sie ist für alle neu, nicht nur für mich.

Wie sieht dein Arbeitstag aus?

Neben der Schreibtischarbeit bin ich viel mit den Kindern draußen. Wir gehen am Meer spazieren, klettern auf Bäume und reden viel. Etwa darüber, wie es sich für die Kinder angefühlt hat, ihre Angehörigen nicht sehen zu können. Eigentlich würde ich stärker einzeln mit ihnen arbeiten. Im Moment muss ich viel improvisieren.

Du bist selbst Mutter. Wie bekommst du Beruf und Familie gerade vereinbart?

Ich habe das Glück, dass mein Sohn betreut ist und es auch in den ersten Corona-Monaten war. Mein Mann arbeitet als Arzt in einem systemrelevanten Beruf. Ich kann meine Arbeitszeit zudem gut verteilen.

Es wird viel darüber diskutiert, ob Soziale Arbeit den gesellschaftlichen Stellenwert hat, den sie verdient. Denkst du, dass Corona etwas verändert?

Generell wird auf Soziale Arbeit ja weniger geguckt. Ich sehe aber einen Hoffnungsschimmer, dass sich etwas tut, etwa bei der Unterstützung für Familien. Es ist ein positiver Ansatz, dass mehr darüber gesprochen wird. Insofern liegt in der Krise eine Chance.

Die Fragen stellte Sabrina Banze

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