Sportlich war Cassandra immer schon. Sie hat einiges ausprobiert: Turnen, Leichtathletik, Schwimmen, Kampfsport. Als die damals Zwölfjährige vor drei Jahren ins Erfurter Kinderdorf kam, konnte sie auch dank Spendengeldern an einem Basketball-Camp teilnehmen. Was sich daraus entwickelt hat, ist beeindruckend.
Cassandra, heute 15 Jahre alt, geht inzwischen in die neunte Klasse. Basketball liebt sie noch immer, auch wenn sie aufgrund einer Knie-Verletzung seit einem Jahr nicht mehr selbst spielen kann. Stattdessen bringt sie nun anderen Kindern das Körbewerfen bei. „Auf die Idee, einen Trainerschein zu machen, hat mich unser Nachwuchskoordinator im Sportverein gebracht, nachdem mein Knie kaputt gegangen ist. Drei Monate hat die Ausbildung gedauert. Jetzt trainiere ich ehrenamtlich zweimal in der Woche eine U12-Mannschaft beim Basketball Club Erfurt“, erzählt die Schülerin stolz.
In der Sporthalle steht sie aber längst nicht nur an diesen zwei Tagen: „An den Wochenenden haben wir natürlich auch Spiele, zu denen ich die Mannschaft begleite.“ Außerdem arbeitet Cassandra neben Schule und Traineramt für die Erfurter Profis: „Bei den Basketball Löwen unterstütze ich im Bereich Organisation. Ich habe mit den Sponsoren zu tun und betreue die Social-Media-Kanäle mit. Ich drehe und schneide zum Beispiel kurze Videos für Instagram. Daher bin ich oft beim Training der Profis oder an Spieltagen dabei.“ Dafür steht die Schülerin auch schon mal freiwillig um 5 Uhr am Sonntagmorgen auf und macht sich auf den Weg zur Sporthalle, während (fast) alle anderen im Kinderdorfhaus noch schlafen.
Cassandras Augen leuchten, wenn sie vom Basketball erzählt. Sie hofft, irgendwann auch wieder selbst spielen zu können. „Ich vermisse das schon ziemlich“, gesteht die 15-Jährige, deren Lieblingsfach in der Schule immer Sport gewesen ist. Pläne für die Zukunft hat sie auch schon: „Ich möchte Physiotherapeutin werden.“
Die Geschichte von Cassandra zeigt, wie wertvoll die Unterstützung durch Spenden für die Kinder und Jugendlichen im Kinderdorf ist: „Am Basketball-Camp hätten unsere Kids sonst vermutlich gar nicht teilnehmen können“, sagt Christin Schönfuß, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit des Kinderdorfes. Dann hätte Cassandra den Teamsport Basketball vielleicht nie für sich entdeckt. Und auch nicht, dass sie Spaß daran hat, selbst Kinder zu trainieren.
Wenn auch Sie Kinder und Jugendliche dabei unterstützen möchten, ihre Talente zu entdecken, können Sie die Albert-Schweitzer-Kinderdörfer und Familienwerke mit einer Spende unterstützen.
Sabrina Banze, Bundesverband
Foto: Konstantin Börner

