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Seit 1994 bietet das Frauen- und Kinderschutzhaus im Hohenlohekreis einen sicheren Ort für Frauen mit und ohne Kinder, die Wege aus häuslicher Gewalt suchen. Die Einrichtung des Albert-Schweitzer-Kinderdorfes in Waldenburg (Baden-Württemberg) ist vor wenigen Monaten in ein größeres und helleres Domizil umgezogen. Dort gibt es Platz für 14 Frauen und ihre Kinder.

Viele der Frauen, die hierherkommen, sind am Ende ihrer Kräfte. Sie haben in ihrer Beziehung physische und psychische Gewalt erlebt, wurden bedroht, geschlagen und gedemütigt. Ihre Kinder haben all das miterlebt – oder wurden selbst zu Opfern. Für eine begrenzte Zeit können sie bleiben, zur Ruhe kommen und überlegen, wie das Leben weitergehen kann. Dabei bekommen sie fachliche Unterstützung bei allen anliegenden Problemen.

„Wenn es das Frauenhaus nicht gegeben hätte, ich glaube, ich wäre nicht mehr am Leben. Ich habe hier wieder Selbstbewusstsein gewonnen und kann wieder lachen. Das ist wunderschön“, sagt eine Bewohnerin in einem kleinen Film über ihre Zeit im Frauenhaus, den Einrichtungsleiterin Andrea Bühler bei der Einweihungsfeier Ende Mai gezeigt hat. Bühler weiß: „Blaue Flecken verschwinden irgendwann, aber die seelische Gewalt sitzt sehr tief.“

Die Adresse des neuen Zufluchtsortes bleibt geheim. Das ist eine wesentliche Voraussetzung für den Schutz der Bewohnerinnen. Das neue Haus ist größer, heller und einladender als das alte. Und während die Kinder sich früher mit einem Spielbereich im Keller neben den Waschmaschinen begnügen mussten, gibt es nun einen großen Außenbereich. Möglich geworden ist diese Verbesserung nicht zuletzt durch viele Unterstützer*innen, darunter die Berner-Stiftung, die Deutsche Fernsehlotterie, das Land Baden-Württemberg und der Landkreis.

Klaus Ullenbuch, Leiter der Kriminalpolizei in Künzelsau, lobte bei der Einweihungsfeier die jahrzehntelange gute Zusammenarbeit zwischen Polizei und Frauenhaus: „Wenn die Polizei nach einem Einsatz geht, bleibt oft die Frage: Was passiert jetzt mit dem Opfer? Da ist es gut zu wissen, dass es Frauenhäuser gibt“, sagte er.

Längst ist das Frauen- und Kinderschutzhaus, das vor 28 Jahren vom Verein Frauen helfen Frauen gegründet wurde und seit 2009 in Trägerschaft des Waldenburger Kinderdorfes ist, aus dem Netz sozialer Hilfsangebote im Hohenlohekreis nicht mehr wegzudenken. Es ist ein wichtiger Zufluchtsort. „Die eigenen vier Wände sind leider nicht immer Orte der Geborgenheit und der Harmonie“, weiß Arne Höller, pädagogischer Leiter des Kinderdorfes Waldenburg, dessen Vorgänger Heinrich Schüz sich bereits jahrelang für das Frauen- und Kinderschutzhaus engagiert hat. „Deshalb braucht es dringend solche Schutzräume. Das hat auch die Corona-Pandemie noch einmal deutlich gemacht.“

Das Frauen- und Kinderschutzhaus im Hohenlohekreis ist erreichbar unter 0 79 40 / 58 95 4 oder 0157 / 7887 7751 (mobile Beratung, tagsüber).

Betroffene, die in anderen Regionen Deutschlands leben, können sich an das bundesweite Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen wenden: 0 8000 116 016 (kostenfrei)

Frauen in Not können darüber hinaus jederzeit den Notruf der Polizei kontaktieren unter 110.

Sabrina Banze, Bundesverband

Fotos: Barbara Griesinger, Hohenloher Zeitung;
Symbolbild: Canva