Was macht ein Kaninchenstall zu einem sicheren Ort? Wie kann ein Pferd Kindern helfen, wenn Worte fehlen? Und warum summt es im Kinderdorf? In unserer neuen Kinderland-Ausgabe nehmen wir Sie mit in einen tierischen Kinderdorf-Alltag: zu Kindern, die bei Pferden, Hunden, Kaninchen & Co. zur Ruhe kommen und zu Pädagog*innen, die Tiere bewusst in ihre Arbeit einbeziehen.
Tiere spenden Trost und Nähe. In unseren Einrichtungen leben viele Hunde, Katzen, Pferde, Kaninchen und andere Fellnasen, die nicht nur äußerst niedlich sind, sondern oft auch eine therapeutische Wirkung entfalten.
Kinder, die viel zu früh Schweres erlebt haben, finden bei den Tieren oft das, was ihnen bisher gefehlt hat: Annahme ohne Bedingungen. Von solchen berührenden Begegnungen erzählen wir in diesem Heft: von Kindern, die mit Hilfe von Tieren wieder Mut fassen, und von Momenten, in denen etwas in ihnen heilen kann.
Da ist zum Beispiel Louis*, der sich mit viel Hingabe um fünf Kaninchen im Waldenburger Kinderdorf kümmert. Der Neunjährige hatte keinen einfachen Start ins Leben, hat bis heute Sprachschwierigkeiten und besucht eine Sprachheilschule. Im Stall braucht er keine perfekten Sätze: Die Kaninchen reagieren auf Ruhe, Wiederholung und Nähe.
Klara* aus dem Kinderdorf in Sachsen hat durch Therapiepferd Fridolin neues Vertrauen gefasst, der 17-Jährige Mike* hat bei Alpakas Ruhe gefunden.
Nicht nur echte Tiere sind übrigens tolle Tröster: Im Familienwerk Mecklenburg-Vorpommern näht eine Ehrenamtliche Kuscheltiere für die Kinder – nach deren persönlichen Vorstellungen. Egal ob Teddy, Hase oder auch mal Meerjungfrau: So ein Plüschtier spendet Trost und schenkt Sicherheit. Man kann sich an ihm festhalten, gerade auch abends und nachts, wenn Sorgen und Ängste besonders präsent werden.
Die Kinder lernen im Umgang mit den Tieren auch, Verantwortung zu übernehmen – denn die Hasen, Pferde oder Hunde wollen auch dann gefüttert werden oder brauchen einen sauberen Stall, wenn die Kinder gerade eigentlich keine Lust haben.
Wo Menschen und Tiere zusammenleben, tragen auch die Einrichtungen besondere Verantwortung. Das Kinderdorf Berlin und das Familienwerk Bayern zeigen, wie ein verantwortungsvoller Umgang mit Tieren im pädagogischen Kontext gelingt.
Freuen Sie sich auf Einblicke in das Kinderdorfleben, auf Neuigkeiten aus unseren Mitgliedsvereinen, Wissenswertes über Albert Schweitzer – der ebenfalls eine enge Beziehung zu Tieren hatte und von Wildschwein Josephine sogar in die Messe begleitet wurde – sowie auf viele schöne Bilder aus unseren Einrichtungen. Den Fotografen, der viele dieser Motive für uns festgehalten hat, stellen wir in diesem Heft ebenfalls vor.
Lassen Sie sich berühren von leisen Momenten zwischen Kindern und Tieren – und entdecken Sie, wie aus Nähe, Verantwortung und Respekt Schritt für Schritt neue Zuversicht wächst.
Viel Freude beim Lesen!
Sabrina Banze, Bundesverband
Coverfoto: Konstantin Börner
*Namen zum Schutz der Kinder geändert
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