Hat Albert Schweitzers 100-jährige Ethik heute noch Bestand?

Ja, und das ungebrochen! Das Besondere: Schweitzer ist nicht in der Theorie steckengeblieben, sondern hat sie auch praktisch gelebt und damit der Welt die Machbarkeit eines gerechteren und respektvolleren Miteinanders gezeigt.

Gerade in Zeiten der Naturausbeutung, des Klimawandels und sich ausbreitender Armut, die von verantwortungslosem Verhalten des Menschen zeugen, müssen soziale Verantwortung und humanistische Grundhaltungen als starkes Gegengewicht entwickelt werden.

Könnte damit jemals zu früh begonnen werden?

Wohl kaum. Kinder und Jugendliche zeichnen sich, so Schweitzers Überzeugung, durch eine höhere Empfindsamkeit den Übeln der Welt gegenüber aus und durch den idealistischen Glauben an das Gute und das Wahre. Aufgabe der Erwachsenen ist es, ihre Ideale zu entwickeln und zu festigen. Schweitzer wünschte sich, dass Lehrer und Eltern nicht nur sachliche Kenntnisse, sondern auch die tiefe Erkenntnis mitgeben, dass das Herz mitzureden hat!

Wie könnte Werteerziehung gelingen?

Nicht alle Kinder wachsen in Zeiten zunehmender Wohlstandsverwahrlosung mit Werten wie Gewaltfreiheit, Respekt, Freundschaft, Mut oder Toleranz auf. Wo Erwachsene Werte vorleben und stabil und nachhaltig fördern, bereiten sie Kinder auf ein selbstbestimmtes und achtsames Leben vor. Wo Schule ein Ort des sozialen Miteinanders und einer guten Kultur des Lernens ist, ist die Grundvoraussetzung für ein fruchtbares Lernumfeld geschaffen.

„Lernen, zusammenzuleben“– eines der vier UNESCO-Lernziele als zentrale Orientierung für Schulen – zeigt auf, dass Verständnis für Mitmenschen und die Erfahrung gemeinsamer Lebensziele wirksame Möglichkeiten sein können, um Konflikte zu vermeiden und zu lösen.

www.albert-schweitzer-miteinander.de

Margitta Behnke, Albert-Schweitzer-Bundesverband

Nachbarschaftshilfe
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