Ich bin Ronja. Als ich im September 2005 geboren wurde, lebten meine Mama, mein Papa und mein Bruder schon als Kinderdorffamilie in Magdeburg mit anderen ‚Geschwistern auf Zeit‘ zusammen.  

Heute erzähle ich euch davon, wie es ist, wenn ein neues Kind in unsere Kinderdorffamilie aufgenommen wird. Es kommt erst mal nur zu Besuch, um sich alles anzuschauen und zu gucken, ob es ihm hier gefällt. Natürlich haben die Eltern des Kindes und das Jugendamt dabei auch ein Wörtchen mitzureden.
Wir alle sind immer aufgeregt und stellen uns vor, wie das neue Kind wohl aussieht und ob man mit ihm gut spielen kann.

Diesmal sollten es sogar zwei neue Kinder werden – nämlich Paul und Emilie. Die Geschwister kommen aus einem Heim in Hannover. Sie fanden es gleich schön bei uns und staunten über die große Rutsche hinterm Haus und das Barby-Haus in Lucies Zimmer.

Als sie bei uns einzogen, halfen wir Emilie beim Auspacken. Emilie teilte sich ein Zimmer mit Lucie. Die hat sich am meisten über Emilie gefreut, denn endlich gab es ein Mädchen in ihrem Alter zwischen den ganzen Jungs. Meine Mama räumte mit Paul das kleine Zimmer ein, das er für sich allein hat. Auf Paul freuten sich drei Jungs im ähnlichen Alter.

Der Tag war sehr aufregend und spannend für die Beiden, denn wir wollten ihnen alles zeigen und erklären. Erst als Paul und Emilie am Abend ins Bett gebracht wurden, kam ihnen die Sehnsucht nach den Freunden aus dem Heim und ihren ehemaligen Erziehern.
Aber ich glaube, das geht jedem so, der seine gewohnte Umgebung verlässt. Wir trösteten so gut es ging. Am nächsten Morgen war die Welt wieder in Ordnung. Emilie und Paul telefonierten noch ab und zu mit ihrer alten Gruppe und lebten sich schnell bei uns ein.
Mittlerweile sind sie ein Jahr in unserer Familie und fühlen sich pudelwohl.

Ronja, 10 Jahre, Familienwerk Sachsen-Anhalt

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